Remscheid: Primeur und mehr
VON BERNWARD LAMERZ - zuletzt aktualisiert: 18.11.2006Remscheid (RPO). Mit einer Küchenparty feierten Klosterkirche und -schänke den ersten Beaujolais des Jahrgangs 2006. Zum jungen Rotwein gab’s französische Köstlichkeiten.
Der Beaujolais Primeur floss reichlich in die Gläser an diesem Abend des dritten November-Donnerstags, an dem traditionell der frühreife französische Rote des aktuellen Jahrgangs erstmals ausgeschenkt werden darf. Rund um dieses Ereignis hatten Klosterschänke und Klosterkirche ihre jüngste Küchenparty mit französischen Köstlichkeiten gruppiert. Weit mehr als 100 Party-Gäste genossen in Webersaal, Schänke (einschließlich Küche und Wintergarten) und im unteren Foyer des Kulturzentrums diesen vielfältigen „kul(tur)inarischen“ Abend.
Gastronom Paul Clemens, der auch fürs Stadtparkrestaurant „Schützenhaus“ verantwortlich zeichnet, und sein vielköpfiges Küchen- und Service-Team legten sich gekonnt und gut gelaunt ins Zeug an den diversen Büffet-Ständen. So schmeckleckerte man sich gemütlich durch frische Miesmuscheln im Weißwein-Gemüsesud, Zander auf Rahmsauerkraut, Rotkohlsalat im Himbeer-Walnuss-Dressing, Flammkuchen, Pulpo-Carpaccio, Crêpes-Variationen, Coq au vin, Ferkelbäckchen-Ragout oder Kalbstafelspitz mit diversen raffinierten Beilagen. Dem bombigen Dessert-Büffet mit Mousse, Kompott und Pfannekuchen setzte Clemens eigenhändig die Krone auf, indem er vor den Augen der Gäste mit 170 Grad kaltem flüssigem Stickstoff spektakulär dampfend sahniges Speiseeis anrührte.
Unter den Gästen spazierte Sänger und Akkordeonist Matthieu Pallas mit französischen Chansons umher. Und der Solinger Weinhändler Wolfgang Trier („Chateau le Claire“, Wupperstraße 36-38) informierte nicht minder fröhlich plaudernd über seinen frisch-fruchtigen Beaujolais Villages Nouveau, den man nicht voller Ehrfurcht „im Anzug“, sondern angesichts seiner Jugendlichkeit am besten „mit einem Augenzwinkern“ trinken solle. Trier wollte auch mit einem verbreiteten Vorurteil aufräumen: Ein Primeur gebe – entsprechende Qualität vorausgesetzt – keineswegs schon zum Jahreswechsel seinen Geist auf.
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