Remscheid: Problemfall Werkzeugtrasse
VON STEFANIE BONA - zuletzt aktualisiert: 24.08.2007Remscheid (RPO). Beim erstem Bürgerdialog der SPD-West bekam Oberbürgermeisterin Beate Wilding viel Frust über das Regionale-Projekt zu hören. Auch der „Stadtumbau West“ steht in der Kritik.
Dreck auf der Trasse und das Projekt „Stadtumbau West“ macht den Anwohnern der Stadtbezirke südlich der Freiheitsstraße mächtig zu schaffen. Die Honsberger, Kremenholler, Blumentaler und Stachelhauser machten im Bürgerdialog mit Beate Wilding aus ihrer Verärgerung über manchen Missstand keinen Hehl. Die SPD-Remscheid-West hatte zum offenen Gespräch mit der Oberbürgermeisterin in die Pausenhalle der Hauptschule Hölterfeld eingeladen, und dabei kamen einige Probleme überaus deutlich auf den Tisch.
„Wir sind froh wenn es regnet. Dann finden auf der Trasse wenigstens keine Saufereien statt“, machte eine Diskussionsteilnehmerin ihrem Ärger Luft. Wie viele Anlieger der Trasse des Werkzeugs bestätigten, wird die zum Spazierweg umfunktionierte ehemalige Schienenstrecke gerne zum Treffpunkt für Trinkgelage genutzt. Umher fliegende Flaschen, Männer, die an Hauswände urinieren und sogar weitere unappetitliche Spuren in den Grünflächen hinterlassen, sind den Bürgern ein Dorn im Auge. Ganz klar sei die Trasse eine Aufwertung für den ganzen Stadtbezirk, doch seien stärkere Kontrollen unbedingt vonnöten.
Liste wird immer länger
Der Ärger um die Werkzeugtrasse, eigentlich ein „Geschenk“ der Regionale an die Bürger, häuft sich: Zunächst gab es Streit um den Engpass an der Stockder Straße, verantwortet durch Planungspannen.
Kürzlich gab es dann massive Kritik an Ausstattung und Anmutung des an der Trasse gelegenen Spielplatzes.
Nun beklagen sich Anwohner massiv über fehlende Mülleimer, herumlungernde Gestalten, Dreck und Ruhestörungen.
Kein Geld für Personal
„Die Stadt kann nicht zwei mal am Tag diese Strecke säubern“, machte die OB gegenüber dem Plenum deutlich. Bekanntlich lasse die städtische Haushaltslage keine Neueinstellungen beim Personal zu, und Dreckecken gebe es nun mal im ganzen Stadtgebiet. So blieb Beate Wilding nichts anderes übrig als an den Gemeinsinn und die Zivilcourage der Bürger zu appellieren: „Wir müssen gemeinsam versuchen, die Trasse sauber zu halten und Schmutzfinken zur Ordnung rufen.“
Außerdem beklagten die Anwohner, dass das Projekt Stadtumbau West viel zu spät auf die Schienen gestellt worden sei. „Da hat Remscheid wieder mal geschlafen und kann sich bei der Vergabe von Fördergeldern nun hinten anstellen“, so ein Anlieger. Dieser Vorwurf rief nun den Vorsitzenden des SPD-Ortsvereins West auf den Plan. „Dass wir hier so spät dran sind, ist alleine der Verdienst der CDU“, sagte Sven Wolf. Jahrelang hätte sich die SPD im Bauausschuss für das Projekt zur Stadtentwicklung stark gemacht. Die Christdemokraten hingegen hätten gemauert und die Verzögerung immer wieder mit eigenem Beratungsbedarf entschuldigt. „Das hat uns tierisch geärgert“, bekannte Wolf.
Weiterhin wurde bei der Diskussion deutlich, dass sich die Bürger insbesondere vom Baudezernat nicht ernst genommen fühlen. Man werde zur Mitarbeit eingeladen, erhalte aber dann über weitere Termine keine Information mehr, und gute Ideen aus der Bürgerschaft würden sowieso nicht berücksichtigt. Dieser Eindruck wurde von verschiedenen Anwohnern bestätigt.
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