Remscheid: Projekt hat auch Befürworter
VON ALEXANDRA KEMP - zuletzt aktualisiert: 04.12.2008Remscheid (RPO). Es gibt offenbar nicht nur Protest gegen die geplante Bebauung der Grünfläche am Friedhof Albrecht-Thaer-Straße: Bei der Redaktion meldete sich jetzt ein Anwohner, der dem Projekt auch Gutes abgewinnen kann.
In Lenneper Geschäften liegen sie bereits aus: Unterschriftenlisten, mit denen die Gegner eines Bauprojektes an der Albrecht-Thaer-Straße weitere Verbündete gewinnen wollen. Die Anwohner stoßen sich an den Plänen der Evangelischen Kirchengemeinde Lennep, einen Grünstreifen zu bebauen, der eigentlich als Erweiterungsfläche für den Friedhof an der Albrecht-Thaer-Straße gedacht war.
Weil dieser Grünstreifen jedoch nicht mehr gebraucht wird, will die Gemeinde dort nun eine Anlage für das betreute Wohnen von Senioren errichten lassen. Dagegen wehren sich viele Bürger – aber nicht alle: „Ich habe nichts dagegen“, sagt jetzt ein Anwohner, der seinen Namen nicht genannt wissen will. Der Lenneper hat sich bei der Bergischen Morgenpost gemeldet, weil er nicht mit den Gegnern, die hauptsächlich an der Brehmstraße leben würden, in einen Topf geworfen werden möchte. Auch in seiner Nachbarschaft habe sich niemand negativ zum geplanten Bauprojekt geäußert.
Protest-Aktionen
Die Gegner des Bauprojektes der Kirchengemeinde sammeln weiterhin Unterschriften:
Samstag, 6. und 13. Dezember, wird jeweils von 9 bis voraussichtlich 13 Uhr ein Informationsstand aufgebaut.
Er befindet sich an der Ecke Kölner Straße / Kraspütt (vor Metzgerei Steinhaus).
Stadtnahe Lage für Senioren
Zurzeit plant die Evangelische Kirchengemeinde Lennep, auf dem brach liegenden Grünstreifen sechs Häuser mit jeweils zweigeschossiger Bauweise für das betreute Wohnen von Senioren zu errichten. Das freie Gelände soll parkähnlich gestaltet werden. Dagegen wehren sich Anwohner der Brehmstraße und des Luchsweges, die eigentlich damit rechneten, dass der Friedhof eines Tages an ihre Gärten angrenzen würde.
Nun befürchten sie, dass ihnen durch die Wohnanlage das Licht in den rückwärtig gelegenen Gärten genommen wird. Außerdem habe die Stadtverwaltung die Grünfläche als Stadtbiotop ausgewiesen. Anwohner wollen dort seltene Tier- und Pflanzenarten ausgemacht haben. Dieses Idyll möchten sie erhalten.
„Doch irgendwann wird das Gelände doch sowieso verkauft“, mutmaßt der BM-Leser. Denn was solle die Kirche mit einem freien Grundstück anfangen, wo sie doch ohnehin Geld brauche? Dann wäre es doch besser, jetzt die Bebauung mit einem ruhigen Seniorenwohnheim zuzulassen, als später Projekte, die womöglich noch viel mehr Lärm erzeugen. Außerdem findet er, dass eine Anlage für betreutes Wohnen „keine schlechte Idee“ sei. „Das wäre der ideale Standort für solch eine Anlage, weil sie so stadtnah ist und die Senioren alles in der Nähe haben.“
Auch die Argumentation, es handele sich bei dem Grünstreifen am Friedhof um ein hochwertiges Biotop, mag der BM-Leser nicht nachvollziehen. „Das ist lächerlich, wo ist denn das ein Biotop? Da laufen höchstens ein paar Mäuse rum.“ Für Mittwoch, 14. Januar, ist anlässlich des Bebauungsplanverfahrens eine Bürgerbeteiligung geplant.
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