Remscheid: Reisepass mit Fingerabdruck
VON HENNING RÖSER - zuletzt aktualisiert: 05.11.2007Remscheid (RPO). Seit Freitag gibt es auch in Remscheid die neuen Ausweis-Dokumente.
Die Scanner-Technik funktioniert einwandfrei. Bürger sorgen sich die Sicherheit ihrer Daten.Bislang kannte man den Vorgang nur aus Fernseh-Krimis. Seit Freitag müssen nun auch unbescholtene Bürger in Remscheid ihre Fingerabdrücke abgeben – dann nämlich wenn sie einen neuen Reisepass beantragen. Das Verfahren ist Teil der Anti-Terror-Gesetzgebung der Bundesregierung.
Schwarze Finger allerdings hinterlässt die Prozedur nicht und auch das so oft gesehene Hin- und Herrollen der Fingerkuppe auf einem schwarzen Stempelkissen entfällt. Stattdessen legen die Bürger jeweils drei Mal den rechten und linken Zeigefinger kurz auf einen kleinen Scanner. Der überträgt die charakteristischen Linien auf den Computer. Das jeweils beste Abdruck-Bild wird genommen.
Fakten zum E-Pass
Preise Ein zehn Jahre gültiger Reisepass kostet 59 Euro. Er dauert fünf Wochen. Wer es eilig hat, nimmt den Express-Pass. Der ist in wenigen Tagen fertig, kostet aber 91 Euro.
Ausnahmen Wer durch Amputationen keine Abdrücke abgeben kann, erhält einen Reisepass ohne Chip.
Statistik Rund 2800 Reisepässe gab die Stadt im letzten Jahr aus.
Drei Bilder von jedem Finger
„Drei bis vier Minuten länger als bisher“ dauert das Verfahren, sagt Joachim Kordalle, zuständiger Sachgebietsleiter beim Bürgeramt der Stadt. Die Technik, die in einem Probelauf seit Mitte September im Einsatz ist, klappt einwandfrei, berichtet der stellvertretende Leiter des Bürgeramtes, Bernd Hoffmann.
Nur wenn der Kunde einen durch Alter oder harte handwerkliche Arbeit abgenutzten Zeige-Finger hat, muss schon mal auf einen anderen Finger ausgewichen werden. Außer dem Daumen gehen alle. Reichlich Auswahl also. Alle Arbeitsplätze im Bürgeramt verfügen über die neue Technik, auch in den Bürgerbüros wurde sie installiert.
Mache Kunden begegnen der Neuerung mit Skepsis. Vor allem die Frage, was weiter mit den Daten geschieht, bewegt die Gemüter. „Wir löschen die Daten, sobald die fertigen Pässe hier abgeholt wurden“, verspricht Hoffmann. Kein Unbefugter habe Zugriff darauf.
Fünf Wochen dauert es im Schnitt, bis die Bundesdruckerei in Berlin aus den zugesandten Datensätzen einen gültigen Reisepass erstellt hat. Beim Abholen kann der Bürger das neue Dokument im Ämterhaus in ein kleines Lesegerät stecken lassen. Alle Informationen, die in dem im Passdeckel integrierten Computer-Chip abgespeichert wurden, werden dann angezeigt. Die Mitarbeiter der Stadt können so das Dokument kontrollieren.
Bernd Hoffmann betont, dass aktuell noch gültige Reisepässe bis zu ihrem Ablaufdatum weiter benutzt werden können. Allerdings sollten sich die Bürger vor einer Auslandreise informieren. ob im jeweiligen Reiseland vielleicht schon ein Pass mit Fingerabdruck erwartet wird. „Das könnte sonst sehr ärgerlich werden.“
Vor allem der Druck der USA war es, der die Europäische Union im Jahr 2004 bewegte, die Gesetze zu ändern. Deutschland ist nun eines der ersten Länder, dass die zweite Stufe des biometrischen Passes (die neuen Pass-Bilder gibt es schon seit zwei Jahren) einführt.
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