Remscheid: RöGy-Schüler witzig und ins Herz treffend
zuletzt aktualisiert: 16.12.2009Remscheid (RPO). Lennep (bona) Für herrliche Kurzweil sorgte die Theater-AG des Röntgen-Gymnasiums mit einer von Witz, Humor, aber unbedingt auch von Ernst getragenen Aufführung der "Weihnachtsgeschichte" von Charles Dickens. Die Bühnenfassung des literarischen Weihnachtsklassikers spielten die Pennäler mit viel Herzblut, kleine Texthänger und ein unfreiwilliger Lacher machten die Schülerdarbietung umso sympathischer.
Eingerahmt war die berühmte Geschichte um den knauserigen Kaufmann Ebenezer Scrooge von einem Blick in die Gegenwart. Denn genau wie der tyrannische Eigenbrötler will auch Sara – gespielt von Saskia Pachner – nichts mehr von Weihnachten wissen. Der Grund: Die Eltern spielen unterm Weihnachtsbaum "heile Welt", obwohl sie die Kinder viel lieber bei Oma abladen würden, um alleine in den Skiurlaub zu fahren. Da trifft sie auf einen älteren Herrn (Oliver Stoll), der aus der Weihnachtsgeschichte heraus zu ihr spricht. "Pass auf, dass du nicht zum Scrooge wirst", warnt der Unbekannte, der mit dem Mädchen gemeinsam in die eigene Vergangenheit blickt.
Denn als Neffe des unausstehlichen Geizkragens weiß Fred nur zu gut, wie die Geister der vergangenen, diesjährigen und zukünftigen Weihnacht auf seinen schrulligen Onkel eingewirkt haben. Ebenezer werden im Laufe einer einzigen Nacht verpasste Chancen, seine Hartherzigkeit und die Gleichgültigkeit, mit der andere ihm schließlich begegnen, drastisch vor Augen geführt. Und er wird mit seinem Ableben konfrontiert, was ihn zutiefst erschüttert und die Kehrtwende in seinem Leben bringt.
Tolle Darsteller
Florian Weuthen war für die Darstellung des unbarmherzigen Pfennigfuchsers eine erstklassige Besetzung. Dem Abiturienten gelang die Wandlung vom zeternden Geizhals zum fröhlichen, liebenswerten Menschen, dem das Glück seiner Nächsten die größte Freude macht, vortrefflich. Pointiert, mitunter komisch, aber ohne ins Lächerliche abzurutschen gab er dem Scrooge ein sehr lebendiges Antlitz. Absolut überzeugend war auch Max Leonhardt als Bob Cratchit, der als Kontor-Schreiber besonders unter den Launen des Alten zu leiden hat. Beeindruckend wie der Gymnasiast in die Rolle des Familienvaters schlüpft, der um das Leben seines kranken Kindes bangt.
Dass hier unter der Regie von Wilhelm Buschulte Oberstufenschüler mit den Schülern aus den unteren Klassen mit sichtbarer Spielfreude vor den wunderschönen Kulissen auf der Bühne standen, machte die Aufführung besonders liebenswert. Ein bisschen Weihnachts-Romantik von und für die Generation "You Tube"– einfach schön!
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