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Remscheid: Rohrweck verwundert über Kennepohl-Projekt

VON ALEXANDRA KEMP - zuletzt aktualisiert: 13.11.2007 - 18:47

Remscheid (RPO). Befremdet reagiert Dr. Heinz-Dieter Rohrweck (CDU), Lenneps Bezirksvorsteher und Ratsmitglied, auf die Behauptung, die Bebauung am Alten Markt in der Lenneper Altstadt bedürfe lediglich einer Entscheidung des Rates, um zügig umgesetzt werden zu können. Dies hatte der Verkehrs- und Förderverein Lennep in einer Pressemitteilung geschrieben, mit der er sich für die Wiederwahl des Baudezernenten Helmut Kennepohl einsetzt. Wörtlich heißt es da: „Wenn der Rat Mittel bereitstellen würde, könnte in zehn Monaten gebaut werden.“

Dass damit der Schwarze Peter der Politik zugeschoben wird, kann Rohrweck nicht nachvollziehen. „Wir sind seit Jahren dran, dass die Bebauung endlich umgesetzt wird“, sagt er auf Anfrage der BM.

In der Tat sind die Pläne, am Alten Markt anstelle des RWE-Gebäudes, des Toiletten-Häuschens und des dort angesiedelten Ladenlokals einen mehrteiligen Gebäudekomplex zu bauen, schon Jahrzehnte alt. Ursprünglich sollten darin das Bürgerbüro, das Standesamt sowie Wohnungen, Büros und ein Lebensmittel-Geschäft Platz finden.

Als Investor war die Gewag im Gespräch, die sich jedoch vor rund drei Jahren von dem Projekt zurückzog. Die Wirtschaftlichkeit habe sich nicht darstellen lassen, erläuterte Gewag-Vorstand Hans-Jürgen Behrendt damals im BM-Gespräch. Kennepohl suchte daraufhin nach anderen Investoren.

Rohrweck gegenüber habe Kennepohl von „drei oder vier Bewerbern“ gesprochen, doch konkret sei ihm nie einer genannt worden, berichtet der Bezirksvorsteher. „Mir ist bis heute kein Interessent bekannt.“ Daher hege er Zweifel, dass es nun tatsächlich einen Investor geben soll. Doch selbst wenn sich die Dinge geändert haben – wäre es nicht die Pflicht des Baudezernenten gewesen, zuerst die Politik über den neuen Sachverhalt zu informieren, und dann erst den Verein?, fragt Rohrweck.

Da seines Wissens nach das RWE-Gebäude immer noch dem Energie-Konzern und nicht der Stadt gehöre, hält er die Pläne zur Bebauung des Alten Marktes ohnehin für „Potemkinsche Dörfer“, per definitionem Scheindörfer, Blendwerk, die Kennepohl wohl nicht von ungefähr wenige Tage vor seiner bevorstehenden Wahl errichtet habe.

Enttäuschend ist für Rohrweck auch, dass sich der Baudezernent rund drei Jahre lang nicht mehr in der Lenneper Bezirksvertretung habe blicken lassen – ganz im Gegensatz zu den anderen Stadtteilparlamenten, wo Kennepohl ab und zu als kompetenter Ansprechpartner der Verwaltung auftritt.

Quelle: RP

 
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