Remscheid: Rückschlag für die Altstadt
VON ALEXANDRA KEMP - zuletzt aktualisiert: 14.11.2007Remscheid (RPO). Das Lenneper Bürgerbüro schließt zum 31. Januar. Der Altstadt droht damit ein weiterer Leerstand. Für die Bebauung am Alten Markt, die den Kern beleben könnte, laufen Fristen ab.
Die Tage des Lenneper Bürgerbüros sind gezählt. Der Mietvertrag ist zum 31. Januar gekündigt worden. Das berichtet Günter Glatow, Inhaber des Hauses Alter Markt 10, in dem die Außenstelle untergebracht ist. Im Zuge der Rödl-Sparmaßnahmen soll es ersatzlos gestrichen werden. Damit war dem Amt eine Existenz von gerade mal 20 Monaten beschert.
Man habe sich diese Entscheidung nicht leicht gemacht, berichtet Hilmar Somborn (CDU), Mitglied der Lenneper Bezirksvertretung. Insbesondere die Christdemokraten unter Bezirksvorsteher Dr. Heinz-Dieter Rohrweck hatten große Hoffnungen in die zentrale Lage des Amtes gesetzt und dessen Umzug gegen einige Widerstände, so zum Beispiel des Behindertenbeirates, durchgesetzt.
Leerstand beseitigt
Das Bürgerbüro sollte ursprünglich in der Bebauung am Alten Markt untergebracht werden.
Seit Mai 2006 hat es seinen Sitz im Haus Alter Markt 10.
Dessen Besitzer Günter Glatow hatte das Haus gekauft und sanieren lassen, nachdem es zuvor Jahre lang leer stand.
Ein Frequenzbringer sollte das Bürgerbüro sein, mehr Leute in die von Leerständen geprägte Altstadt bringen. Ein Versuch, der letztlich fehlgeschlagen sei, denn die (wenigen) Kunden brachten keine zusätzliche Kaufkraft in den Stadtkern, sagt Somborn. Enttäuscht von der Entwicklung zeigt sich auch Günter Glatow, der das alte Haus sorgfältig saniert hatte. „Ich habe mich da auf einige Kosten eingelassen, weil ich dachte, ich hätte langfristige Mieter“, berichtet er. Das sei nun „für die Katz“ gewesen. Immerhin, so wendet Somborn ein, habe die Stadt dem Eigentümer kostenlos einen behindertengerechten Zugang spendiert.
Neue Impulse könnte das Projekt „Bebauung Alter Markt“ bringen, das zwar bereits seit Jahrzehnten geplant wird, seiner Verwirklichung aber so nahe wie nie zuvor ist. Denn zwischenzeitlich hat die Stadtverwaltung das RWE-Gebäude, den früheren Standort des Bürgerbüros, gekauft. An dessen Stelle soll ein moderner Neubaukomplex entstehen, in dem auch das Standesamt untergebracht wird. Auch das hässliche Toilettenhäuschen soll unter anderem weichen.
Landesmittel stehen bereit
Wie Claus-Thomas Hübler vom Baudezernat auf BM-Anfrage berichtet, stehen die bereits genehmigten Landeszuschüsse in Höhe von 340 000 Euro nach wie vor bereit und bleiben voraussichtlich auch im nächsten Jahr noch reserviert. Nun hängt der Erfolg des Projektes davon ab, ob noch ein Investor gefunden werden kann, der die restliche Summe zahlt. 2,9 Millionen Euro stehen im Raum.
Vor einigen Jahren war die Gewag abgesprungen (die BM berichtete). Mit ihr sollen nun wieder Gespräche aufgenommen werden, „vielleicht hat sich in der Zwischenzeit ja etwas geändert“, sagt Hübler. Findet sich jedoch kein Investor – und die Suche sollte laut Hübler in diesem Jahr abgeschlossen werden – muss die Stadt Remscheid das Geld ans Land zurückgeben.
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