Remscheid: Rühl: Die CDU braucht eine neue Offenheit
VON HENNING RÖSER - zuletzt aktualisiert: 10.09.2008Remscheid (RPO). Am Tag nach der turbulenten Kreisvorstands-Sitzung der CDU stand bei der neuen Vorsitzenden Elke Rühl gestern das Telefon nicht still. „Viele Menschen haben mir zur Wahl gratuliert“, sagt sie, und man hört ihr an, dass sie das sehr freut.
Das knappe Ergebnis habe sie nicht überrascht, sagt Rühl. Die Spannungen in der Partei seien nicht zu übersehen gewesen. Die sehr emotionale Aussprache, bei der viel Kritik an der Ratsfraktion auf den Tisch kam, habe ebenfalls zum knappen Ergebnis beigetragen. Gleichwohl sieht sie anders als einige Redner auf dem Parteitag keinen grundsätzlichen Riss, der durch Partei und Fraktion geht. Geschlossenheit sei möglich, „meine Aufgabe wird es sein, alle wieder an einen Tisch zu bringen.“
In der nächsten Woche werden die Partei-Gremien zusammengerufen, auch die Stadtbezirksverbände werden eingebunden. „Wir haben in der Vergangenheit zu wenig miteinander gesprochen.“ Es müsse eine neue Offenheit her. Auch die Außendarstellung der CDU müsse verbessert werden. Thea Jüttner, die als ihre Gegenkandidatin nur knapp unterlag, will sie in die weitere Arbeit aktiv einbinden. „Das ist doch selbstverständlich.“ Wichtiges Thema der nächsten Wochen: Die Auswahl des OB-Kandidaten und die Vorbereitung des Kommunal-Wahlkampfs.
Die Aussprache, bei der heftige Worte fielen, sieht sie positiv. „Viele Dinge mussten mal gesagt werden.“ Allerdings sei der Zeitpunkt unglücklich gewesen. „Das hätte viel eher etwa im Rahmen eines Sonderparteitages geschehen müssen“, sagt sie adressiert an ihren Vorgänger Kai Kaltwasser.
Fraktionschef Karl-Heinz Humpert stimmt zu. „Da hatte sich zu viel aufgestaut.“ Er hofft jedoch, dass keine Wunden zurückbleiben, sondern der Parteitag wie ein „reinigendes Gewitter“ gewirkt hat. „Wir müssen nach vorne schauen und uns zusammenraufen.“ Lange genug hätten personelle Fragen die inhaltlichen Themen überlagert.
SPD-Fraktionschef Hans Peter Meinecke bezeichnete die Entscheidung für Elke Rühl gestern als „falsche Wahl“ der CDU. Rühl, die für die CDU im Landtag sitzt, vertrete nur die „kommunalfeindliche Politik“ des Landes und habe nicht „das Wohl der Stadt im Auge“.
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