Remscheid: Sanfter Tourismus in Müngsten
VON MARTIN OBERPRILLER UND GÜNTER TEWES - zuletzt aktualisiert: 17.05.2012Remscheid (RP). Brückenpark-Gäste sollen auf die Wege nach Schloss Burg gelockt werden. Unter Federführung der Biologische Station Mittlere Wupper wird ein Konzept entwickelt. Hochzeiten im Haus Müngsten lehnte die Stadt Solingen ab.
Müngsten Der Brückenpark boomt: An sonnigen Maiwochenenden strömen bis zu 8000 Besucher nach Müngsten; 350 000 sind es in einem Jahr unter Deutschlands höchster Eisenbahnbrücke mit Schwebefähre. Damit möglichst viele die Ausflugstour an der Wupper entlang nach Burg mit dem Schloss und zur Gastronomie einschlagen, wird unter der Federführung der Biologische Station Mittlere Wupper nun ein Konzept entwickelt. Gefördert wird dies zu 100 Prozent mit rund 320 000 Euro, je zur Hälfte mit Geld vom Land und von der EU.
"Ziel ist, den sanften Tourismus zu fördern", betonen Stations-Leiter Jan Boomers und Susanne Smolka von der Unteren Landschaftsbehörde in Remscheid. Das Projekt für die vier Kilometer lange Strecke zwischen Müngsten und Burg mit den bewaldeten Talhängen auf Solinger und Remscheider Seite, das bis Ende 2014 umsetzt sein muss, heißt: "Erfahrungsfelder der Natur – bergisches Habitat".Es handelt sich um ein sensibles FFH-Naturschutzgebiet, in dem der Eisvogel brütet und der seltene Dünnfarn wächst.
Haus Müngsten
Haus Müngsten wurde Pfingsten 2010 eröffnet. Die Lebenshilfe investierte 2,6 Millionen Euro in den Bau. Ein Haus am Wasser wurde nicht gebaut, ob das Haus am Hang kommt, ist bis heute unklar.
Internet Mehr zum Brückenpark unter www.rp-online.de/remscheid
Ende des Jahres soll ein Vorschlag vorliegen, wie Wanderwege sowie Aussichtspunkte zu entwickeln sind und wo die Natur in Ruhe gelassen werden muss. Konzept ist, keine Verbotsschilder aufzustellen, sondern die Ausflügler geschickt durch das Tal zu lenken. Dazu sollen sechs Wächterskulpturen aufgestellt werden, die als Ziele Wanderer einladen, auf der Strecke zu bleiben. In drei Brutröhren des Eisvogels und der Wasseramsel werden Webcams angebracht – Livebilder werden in Haus Müngsten übertragen.
Für ein anderes Projekt stehen die Chancen weniger gut. Die Stadt Solingen lehnt es ab, in dem von der Lebenshilfe geführten gastronomischen Betrieb unterhalb der Brücke standesamtliche Trauungen vorzunehmen. Zuvor hatte Ulrich Hütten als Gastronomie-Chef von Haus Müngsten einen Antrag gestellt, der abgelehnt wurde. Er will die Hoffnung noch nicht aufgeben, dass es mittelfristig doch noch etwas wird mit den "Brücken-Hochzeiten". Diese könnten zum Bestandteil eines neuen Konzeptes werden, das die Verantwortlichen für das Obergeschoss des Haues entwickelten. Dort gibt es inzwischen ein so genanntes "Drei-Städte-Loft": Drei Räume, die je nach einer der bergischen Städte benannt sind, bieten sich für unterschiedliche Nutzungen an.
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