Remscheid: Schüler entwickeln Roboter
VON ANDRIANA SAKARELI - zuletzt aktualisiert: 02.02.2011Remscheid (RPO). Das Berufskolleg Technik legt großen Wert auf fächerübergreifende Projekte. Eines beinhaltet die Herstellung eines Roboters, der auf verschiedene Befehle reagiert. Eine Herausforderung mit Spaßfaktor.
"Redbot" ist ein intelligentes Kerlchen. Mühelos folgt er einer schwarzen Linie, fährt ein Quadrat, macht an der Tischkante Halt, um nicht abzustürzen. Dass der kleine Kamerad so viele versteckte Talente hat, sieht man ihm auf den ersten Blick gar nicht an: "Redbot" sieht aus wie Kabelsalat auf zwei Rädern. Aber genau in diesen vielen, dünnen Leitungen, die mit Platinen verbunden sind, steckt sein Potenzial. "Redbot" ist ein Roboter, entwickelt, gebaut und programmiert von Oberstufenschüler des Berufskollegs Technik, die den berufsbegleitenden Bildungsgang IT-Assistent absolvieren.
Das Berufskolleg an der Neuenkamper Straße legt großen Wert auf fächerübergreifende Projekte. Sie begleiten die Jugendlichen während ihrer gesamten Schulzeit. Die Schüler der Mittelstufe arbeiten beispielsweise an einem Mathematik-Projekt. "Sie müssen ein komplexes mathematisches Problem an mehreren Rechnern lösen", erklärt Klaus Rosanowski, der Mathematik und Anwendungstechnik unterrichtet. In solchen Projekten lernten die Schüler, selbstständig und eigenverantwortlich zu arbeiten. "Sie fördern aber auch die Persönlichkeit der Jugendlichen", sagt Stephan Martini, der mit Rosanowski das Mathe-Projekt betreut.
Am Ende einer Projektarbeit steht die Präsentation vor anderen Mitschülern in der Aula – auf Deutsch, teilweise aber auch in englischer Sprache. "So beziehen wir die Fächer Deutsch und Englisch in unsere Arbeit mit ein", erklärt Erik Kreiskott, Lehrer für Anwendungstechnik. Seine Oberstufenschüler haben die schlauen Roboter entwickelt – aus einer Kiste voller Einzelteile. Eine Herausforderung mit Spaßfaktor, wie Martin Weber meint. Er und zwei weitere Mitschüler haben "Redbot" Leben eingehaucht. "Teilweise war es sehr viel Arbeit. Manchmal saßen wir bis 2 Uhr morgens daran", erzählt der 18-Jährige. Besonders frustrierend seien jene Momente gewesen, wenn der Roboter nicht funktionieren wollte.
Diese Erfahrungen haben auch Lutz Schönfelder (19), Fatih Aydin (20) und Oliver Sieh (19) gemacht. Die drei haben "Humpel" gebaut. Ein seltsamer Name, der aber wie die Faust aufs Auge passt. Die angehenden IT-Assistenten haben ihren Roboter so getauft, weil sie beim Löten einen der beiden Reifen angesengt hatten. "Daraufhin hat er gehumpelt", sagt Schönfelder.
Dass Entwickeln von solchen Robotern ist nicht bloße Spielerei und pädagogische Beschäftigungstherapie. "Sie finden in der heutigen Arbeitswelt bereits Anwendung", sagt Schulleiter Holger Schödder. Es gebe Gabelstapler, die durch so einen Roboter gesteuert unbemannt fahren.
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