Remscheid: Schulen – „Putzintervall liegt über der Norm“
VON SOLVEIG PUDELSKI - zuletzt aktualisiert: 08.01.2009Remscheid (RPO). Die Kritik des Goldenberger Grundschulrektors, Jürgen Gottmann, an mangelnder Sauberkeit in Schulen aufgrund schlechter Reinigungsleistungen nimmt Thomas Judt, Leiter des städtischen Gebäudemanagements, sehr ernst. „Die Probleme sind erkannt. Aber wenn in den Klassenräumen überall Sachen herumstehen, muss man sich nicht wundern, dass nicht alles 1 a gereinigt ist“, sagte er auf Nachfrage der BM. Im Übrigen liege Remscheid mit dem Reinigungsturnus in Grund- und Förderschulen über der DIN-Norm.
Gottmann hatte beim Kottenbutteressen des Lüttringhauser Heimatbundes beklagt, dass die Schulen aufgrund wegfallender Hausmeisterstellen (die Goldenberger Hausmeisterin ging in den Ruhestand) nicht mehr so tiptop aussehen wie früher. „Wenn diese Entwicklung so weitergeht, verkommen die Kinder im Dreck“, äußerte Gottmann im Interview mit der BM seine Befürchtungen. Den Putzkolonnen wolle er keinen Vorwurf machen, weil sie in dem engen Zeitrahmen kaum vernünftig putzen könnten.
Für die Reinigung der Schulen ist der Zentrale Reinigungsservice der Stadt zuständig, der eigene Mitarbeiter und externe Kräfte in die Gebäude schickt. Dessen Leiterin, Elke Ittich, weist darauf hin, dass der derzeitige Reinigungsturnus seit 2001 gefahren wird. Damals war der Putzrhythmus gekürzt worden, indem die so genannte Intervallreinigung eingeführt wurde. Und die liege über der allgemeingültigen Norm, auf die sich auch die Gemeindeprüfungsbehörde beim Suchen weiterer Einsparmöglichkeiten bei den Ausgaben einer Kommune beruft. „Wir befürchten, dass die Reinigungsintervalle weiter gekürzt werden“, sagt Ittich angesichts des Spardrucks, der auf Remscheid lastet, auf Nachfrage der BM.
Nach der derzeitigen Reinigungsfiebel werden in Remscheid Klassen- und Fachräume in Grundschulen dreimal, in den anderen Schulen zweieinhalb mal pro Woche geputzt. Nur in der Hilda-Heinemann-Förderschule gebe es die tägliche Klassenzimmer-Reinigung. Nach wie vor täglich gereinigt werden Küchen, Speiseräume, Verkehrsflächen, Sporthallen und vor allem die Sanitärräume, „die oberste Priorität genießen“, betont Elke Ittich. Insgesamt rund 187 000 Quadratmeter Fläche habe der Reinigungsservice allein in Schulen zu bewältigen.
Zudem sei die Nutzerfrequenz durch Nachmittagsunterricht und Übermittag-Betreuung an den so genannten Halbtagsschulen seit 2001 stark gestiegen.
Bisherige Berichterstattung unter www.rp-online.de/remscheid
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