Remscheid: Schwarzgeld bei Angeklagtem gefunden
zuletzt aktualisiert: 02.09.2010Remscheid (RPO). Entspannt saßen die sechs Angeklagten, fünf Polen und ein Deutscher, gestern im Raum L 147 des Landgerichtes Wuppertal. Den sechs Männern wird vorgeworfen, größere Mengen Schmuck, Uhren, Juwelen und Bilder gestohlen und weiterverkauft zu haben.
Auch Einbrüche in Remscheid – in einem Reitsportgeschäft, ein Juweliergeschäft und eine Juwelierwerkstatt – sollen auf ihr Konto gehen.
Mittlerweile scheinen sich die vermeintlichen fünf Ausführenden der Einbruchdiebstähle und der als Hehler angeklagte Deutsche nicht mehr grün zu sein. Der Mann hatte als einziger durch seinen Rechtsanwalt verkünden lassen, dass er nicht gewusst habe, dass die angekaufte Ware Diebesgut gewesen sei. Doch inzwischen hat ein Konto in Luxemburg, auf dem unter seinem Namen eine Summe von 1,2 Millionen Euro gefunden wurde, den Mann in U-Haft gebracht. Die Staatsanwaltschaft hatte ein Rechtshilfegesuch an die Nachbarn gestellt und war dabei auf das Schwarzgeld gestoßen.
Die fünf Polen schwiegen zu den Anklagepunkten. Das erfordert einen Indizienprozess: Eine Vielzahl von Zeugen muss vernommen werden. Es werden auch Polizeibeamte geladen, die die Ermittlung durchgeführt haben. Die Vernehmung hat auch ein paar verblüffende Ergebnisse zustande gebracht: So konnte ein Juwelier nicht mehr mit Bestimmtheit sagen, wann eine Uhr aus seinem Besitz verschwunden war. Der Juwelier habe ihm erzählt, so berichtete der Beamte, dass die Ursache dafür in der Umstellung auf ein neues Computerprogramm zu suchen sei. Diese Uhr hatte man bei dem der Hehlerei Verdächtigen gefunden. Ein gefundenes Fressen für den Verteidiger eines Angeklagten. Es ist anzunehmen, dass er bestreiten wird, dass sein Mandant gerade diese Uhr gestohlen haben soll.
Aus einem Reitsportfachgeschäft in Remscheid, so berichtete eine damals ermittelnde Polizistin gestern vor Gericht, seien nach Angabe der Geschädigten ungefähr 30 Sättel entwendet worden, ferner Reitutensilien, darunter "ganze Stapel von Hosen und ungefähr 200 Ledergürtel". Die Diebe hätten ein Bürofester im Hinterhof neben der Ladengeschäftstür aufgehebelt. Außerdem hätten sie einen Transporter entwendet, der auf dem Hinterhof stand.
Nicht jeder geladene Zeuge erschien vor Gericht. Fehlt eine Entschuldigung wie bei einer Zeugin gestern, wird es teuer. Sie muss die entstehenden Verfahrenskosten tragen und eine Ordnungsstrafe von 300 Euro zahlen.
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