Remscheid: Sie helfen Frühchen in Eritrea
VON HAGEN THIELE - zuletzt aktualisiert: 23.01.2012Remscheid (RP). Innenstadt Humanität kennt keine Grenzen. Sie ist nicht an Städte oder Länder gebunden und kann Menschen mit einem gemeinsamen Ziel einen. So geschieht es aktuell auch beim Verein "Archemed – Ärzte für Kinder in Not". Ärzte und Pflegepersonal aus verschiedensten Krankenhäusern arbeiten hierbei zusammen, um die hohe Kindersterblichkeitsrate im afrikanischen Eritrea zu senken. Pionierarbeit leisten dabei seit 2003 Ärzte und Pflegekräfte des Sana-Klinikums, indem sie in der Hauptstadt Asmara eine Kinder-Intensivstation errichtet haben. Am Samstag kam es im Sana-Klinikum zu einem Treffen der unterschiedlichen Gruppen innerhalb des Vereins.
Sterblichkeitsrate gesenkt
"Es ist wirklich schön zu sehen, wie sich die Situation langsam bessert", berichtete Marion Nouvertne, die Leiterin der Kinder-Intensivstation des Sana-Klinikums, erfreut. Seit den Anfängen 2003 war sie bereits 21 mal vor Ort. Aktuell hat sich eine erfreuliche Verbesserung eingestellt. Die Sterblichkeitsrate der Frühchen lag vor der Errichtung der Station bei 90 Prozent. Inzwischen ist sie auf zehn Prozent gesunken. "Die Medizin vor Ort ist nicht mit deutschen Standards zu vergleichen", erklärte Nouvertne. Es mangele an allem. Schon mit den einfachsten Hilfsmitteln für Frühchen – Wärme, Sauerstoff und ausreichend Flüssigkeit – ließ sich eine drastische Verbesserung der Bedingungen realisieren.
Auch die neue Kinderintensivstation in Asmara verfügte zu Beginn nur über das Nötigste. "Wir fingen mit 16 Betten an", erinnerte sich der Leiter von Archemed, Dr. Peter Schwidtal, an die schlichten Anfänge. Teilweise werden nun bis zu 40 Neu- und Frühgeburten in der Station betreut. Im Jahr macht dies 1350 kleine Patienten.
Besonders wichtig ist das nachhaltige Konzept, das hinter Archemed steht, betonten die Beteiligten: "Wir wollen den Ärzten und Pflegern vor Ort zeigen, wie sie am effektivsten helfen können", erläuterte Dr. Bernhard Ibach, leitender Arzt der Kinderklinik des Sana-Klinikums. Dieses Vorgehen macht Schule. Inzwischen hat Archemed in der Provinzstadt Keren mit der Errichtung einer zweiten Station begonnen. Eine dritte ist in Planung. Damit diese Vorhaben umgesetzt werden können, ist die ehrenamtliche Hilfe von Archemed auf Spenden und Helfer angewiesen.
Interessierte melden sich bei Dr. Bernhard Ibach im Sana-Klinikum unter der zentralen Rufnummer Tel. 02191 130.
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