Remscheid: Spaß an Literatur wecken
VON STEFANIE BONA - zuletzt aktualisiert: 17.01.2009Remscheid (RPO). Der Förderverein für die Lüttringhauser Stadtteilbibliothek erhält weitere Unterstützung: Die Regionalgruppe des Vereins Deutscher Sprache möchte in Zusammenarbeit mit den "Lütteraten" Lesungen anbieten.
Lüttringhausen Über mangelnde Unterstützung aus verschiedensten Richtungen können sich die "Lütteraten" nicht beklagen. Nachdem der Förderverein zum Erhalt der Lüttringhauser Stadtteilbibliothek mittlerweile 80 Mitglieder zählt und in jedem Monat weitere hinzukommen, hat jetzt auch die Regionalgruppe Bergisch Land des Vereins Deutscher Sprache sein Interesse an einer Zusammenarbeit bekundet. Im März – der genaue Termin steht noch nicht fest – werden Autoren aus der Region im Lüttringhauser Ratssaal aus ihren Büchern und Veröffentlichungen vorlesen. Verschiedene Genres wie Kurzgeschichten und auch Lyrik sollen die Lesung zu einer unterhaltsamen Begegnung mit der Literatur machen.
Gründung und Ziele
Die Schließung der Lüttringhauser Stadtteilbücherei wurde vom Stadtrat im Oktober 2007 beschlossen. 12 000 Euro Miete sowie rund 103 000 Euro Personalkosten sollen damit eingespart werden.
Nachdem 3000 Unterschriften für den Erhalt der Bibliothek gesammelt wurden, gründeten sich die "Lütteraten". Ziel des Fördervereins ist es, den Gedanken an die kulturelle Bedeutung der Einrichtung wach zu halten.
Eine zweite Veranstaltung dieser Art ist im Herbst geplant. Alle Einnahmen kommen ohne Abzüge den "Lütteraten" zugute. "Das Engagement für den Fortbestand der Bibliothek kann finanziell, aber genauso eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit sein. Beides möchten wir durch die Lesung erreichen", erklärt Christian Wüster. Der Lüttringhauser arbeitet im Vorstand der Regionalgruppe des Vereins Deutscher Sprache mit, der sich unter anderem gegen den inflationären Gebrauch von Anglizismen wehrt. Da dem freien Autor seine Heimatstadt sehr am Herzen liegt, vermittelte er den Kontakt zum Förderverein. "Mit der Schließung der Bücherei stirbt ein Stück Sprache, weil die Leute keinen Zugang zum Lesen mehr finden. Gerade für Kinder und Senioren, die nicht motorisiert sind, ist der Erhalt der Einrichtung so wichtig", sagt Wüster.
Dass die Stadtteilbibliothek im Gespräch und der Protest gegen die Schließung lebendig bleiben muss, liegt für die "Lütteraten" und auch für Bibliothekarin Brigitte Scheid auf der Hand. "Es kommt immer wieder vor, dass Leute in die Bücherei kommen und überrascht sind, dass es uns noch gibt", berichtet sie. Die Bürger hätten vom Ratsbeschluss zur Aufgabe der Bibliothek gehört und glaubten ihn nun bereits umgesetzt. Doch geben die aktiven Mitstreiter im Verein nicht auf und hoffen nach wie vor, dass sich eine Lösung für die Einrichtung abzeichnet. "Wir freuen uns über jede Initiative, die sich für uns stark macht", sagt die Vereinsvorsitzende Dr. Irmgard Brendler.
Anfang Februar wird sich der "Lütteraten"-Vorstand mit Stadtdirektor Burkhard Mast-Weisz und Kulturdezernent Dr. Christian Henkelmann sowie mit Vertretern der Politik zusammensetzen. "Dabei wollen wir gemeinsam überlegen, was machbar ist", erläutert Irmgard Brendler. Der Förderverein will in seinem Bemühen, die Schließung zu verhindern, nicht nachlassen. Gleichwohl könne man die Stadt nicht aus ihrer Verantwortung für die Bildungseinrichtung entlassen.
Bisherige Berichterstattung unter www.rp-online.de/remscheid
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