Remscheid: Spaß beim Spectaculum
VON STEFANE BONA - zuletzt aktualisiert: 04.06.2007Remscheid (RPO). Feuerteufel, Gaukler, Lederer und vieles mehr. Der Mittelalter-Markt im Lenneper Hardtpark bot am Wochenende einmal mehr gute Unterhaltung für seine zahlreichen Besucher.
Da ward doch dem Volke zu Lennep, den Weithergereisten und denen von der Obrigkeit ein köstlich’ Spektakel geboten. Erneut schlugen Gaukler und Schelme, holde Damen und liebreizende Jungfern, sonderbare Gesellen und tapfere Ritter vor der lauschigen Kulisse des Lenneper Hardtparks ihre Zelte auf. Wie im Vorjahr war das muntere Marktvölkchen der Einladung des Verkehrs- und Fördervereins zu Lennep gefolget, der sich erboten hatte, die Bürgerinnen und Bürger mit Kramerzunft und Kurtzweyl zu unterhalten.
Am Samstag, dem zweiten des Juno, reihten sich die Vereinsmitglieder in den feierlichen Umzug zur Eröffnung des Marktes ein. Vorbei ging es am Zelte des Korbmachers und des Lederers bis zur großen Bühne, wo selbstredend erst einmal die Herrschaft um ihre Zustimmung zum bunten Marktreiben gebeten wurde. Und flugs sah sich Bezirksvorsteher Dr. Heinz-Dieter Rohrweck zum Stadtvogt erhoben, der sogleich das fahrende Volk zu Ordnung und Anstand aufrief. „Ich sage euch, Finger weg von Alkohol und Frauen“, so der Oberste vom Magistrat, der sich die Gepflogenheiten von einst schnell zu eigen machte: „Wenn ich rede das sollte man doch wissen haben andere gefälligst stille zu sein.“ Sprach’s und brach mit den weiteren Honoratioren auf, um die verschiedene Gewerke kritisch in Augenschein zu nehmen.
Zufriedene Veranstalter
Mit der Resonanz auf den zweiten Mittelalter-Markt im Lenneper Hardtpark waren die Veranstalter sehr zufrieden. „Ich glaube, dass die Lenneper die Veranstaltung sehr gut annehmen“, befand Klaus Kreutzer, Vorsitzender des Verkehrs- und Fördervereins Lennep.
Im letzten Jahr hatte der Verein erstmalig einen mittelalterlichen Markt organisiert.
Anlass war das 775-jährige Stadtjubiläum.
Nach und nach traf dann auch das Volke derer zu Lennep ein. Viele Männer, Frauen und Kindlein kreuzten des Weges, begutachteten das Werk von Färber, Drechsler und Krämer. Gerne ließen sich die Maiden und Knappen an den Tischen der Tavernenwirte nieder und genossen Saft vom Apfel, Weyn und Meth. Oder labten sich an Fladenbrot, Räuberfackel und Ritterspieß.
Zugaberufe aus dem Publikum
Neben den Gaumenfreuden der Schankwirtschaften waren es besonders die Spielleut’, die das Publikum aus der Neuzeit in ihren Bann zogen. Das Kulturspectaculum rankte sich um Jacob, der seine Braut Maria nun endlich zum Altar führen wollte. Diese Hochzeit galt es mit großem Geleit und viel Tamtam gebührend zu feiern.
Und bevor sie sich versahen, waren die Marktgäste mittendrin im Geschehen und standen kurzum selbst im Fokus des allgemeinen Interesses. Wie Holger, der am Vorabend zum Tage des Herrn, aufgerufen ward, mit zwei Feuerteufeln seine Späße zu treiben. So begab sich der kühne Recke wacker zwischen die beiden Spaßvögel, die fortan zwei brennende Fackeln munter an seiner Nase vorbei jonglierten. Wofür „Holger von Lennep“ mit Jubel, Vivat und Handgeklapper bedacht wurde. Und schlussendlich gab es für die Kunst der Gaukler und Schelme sogar laute Zugaberufe. Ob’s die vor 600 Jahren auch schon gegeben hat?
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