Remscheid: SPD: Durchstich unbezahlbar
VON HENNING RÖSER - zuletzt aktualisiert: 07.05.2009Remscheid (RPO). Der Vorschlag der CDU zur Belebung der Alleestraße wird in der Luft zerrissen. Patentrezepte für die darbende Einkaufsmeile haben aber auch die Sozialdemokraten nicht.
Als "Wolkenkuckucksheim noch aus der Ära Kennepohl" hat SPD-Fraktionschef Hans Peter Meinecke im Gespräch mit der BM den jüngsten Vorschlag der CDU zur Belebung der Alleestraße bezeichnet. Wie berichtet, fordert die CDU einen Durchstich vom Ebert-Platz zur Allee im Bereich der Engelpassage. Damit soll die Einkaufstraße mehr Zulauf bekommen und gestärkt werden. Durch die Eröffnung des neuen Brücken-Centers am Bahnhof sei die Ladenstraße in einer noch schwierigeren Situation, analysiert CDU-Fraktionschef Philipp Veit.
Kosten: Mehrere Millionen
Der Vorschlag sei absolut nicht finanzierbar, sagte Meinecke der BM. Die CDU habe offenbar die kritische Haushaltslage der Stadt völlig vergessen. Sein Ratskollege und Bauexperte York Edelhoff ging am Dienstagabend im Bauausschuss dann ins Detail. Er rechnete vor, dass die Kosten für die nötigen Abriss- und Umbauarbeiten sich auf mehr als drei Millionen Euro addieren würden. Parteichef Lothar Krebs warf der CDU vor, dass sie den Bürgern vor der Wahl "Sand in die Augen streuen" wolle. Die Stadt habe in den kommenden Jahren keine Investitions-Spielraum.
Der CDU-Antrag
Neben dem Durchstich macht die CDU weitere Vorschläge für die Belebung der Alleestraße: Das freie Gelände neben dem Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium (EMA) soll mit einer Senioren-Wohnanlage und einer Sporthalle bebaut werden. Die Aufenhaltsqualität auf der Allee soll mit Spielgeräten und Außengastronomie gesteigert werden.
Die CDU blieb trotz dieser harschen Kritik gelassen. Man wolle zunächst nicht mehr, als dass die Verwaltung diese Idee prüfe und Vorschläge zur Umsetzung machen. Danach könne man diskutieren, sagte Sprecher Kai Kaltwasser.
Meinecke sagte der BM, dass die Politik sich mit der Situation auf der Allee auf jeden Fall beschäftigen müsse, die Entwicklung sei besorgniserregend. "Das wird ein Schwerpunkt-Thema des nächsten Rates sein". Einfache Lösungen werde es aber nicht geben, alle müssten an einen Tisch. Einer Öffnung der unteren Allee für den Autoverkehr, wie sie immer wieder gefordert wird, erteilte Meinecke aber erneut eine Absage.
Einkaufsstraße verkürzen
Als Denkanstoß versteht Meinecke seine Idee, die Einkaufsmeile im unteren Bereich zu verkürzen. "Die funktioniert in dieser Länge einfach nicht mehr." Stattdessen könne die Stadt planerisch die Voraussetzungen schaffen, um hier auch Alten-Wohnungen oder Senioren-Wohnanlagen zu errichten. Dafür müssten aber die Eigentümer zu einem Kurswechsel bereit sein. "So lange viele Besitzer auch mit Ein-Euro-Läden noch gute Mieteinnahmen erzielen, wird es schwierig".
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