Remscheid: SPD sucht die beste Schule
VON STEFANIE BONA - zuletzt aktualisiert: 28.11.2008Remscheid (RPO). Die Sozialdemokraten diskutierten in der Klosterkirche mit Parteifreunden, Schulleitern und Lehrern. Fachliche Unterstützung bekamen sie von Ute Schäfer, bildungspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion und Ex-Schulministerin in der rot-grünen Landesregierung.
„Bildung steht für uns an erster Stelle und wird daher im nächsten Kommunalwahlkampf eine zentrale Rolle spielen“, kündigte Lothar Krebs, Vorsitzender der SPD, bei einer Diskussionsveranstaltung an. Um das Thema „Die beste Schule für Remscheid“ vor Parteifreunden sowie vor Schulleitern und Lehrern fachkundig zu vertreten, hatten sich die Sozialdemokraten Unterstützung aus Düsseldorf geholt. Ute Schäfer, bildungspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion und Ex-Schulministerin in der rot-grünen Landesregierung, zeigte die Missstände auf, die es ihrer Meinung nach dringlich zu beheben gilt. „Das bestehende Schulsystem sortiert viel zu früh aus“, spielte die Politikerin auf den frühen Wechsel von der Grund- auf eine weiterführende Schule an. Dies ließe keinen Raum, um die Bildungspotenziale junger Menschen zu entdecken. Vor allem Kindern mit einer Zuwanderungsgeschichte nehme man damit die Chance zu einem höheren Bildungsabschluss. Zudem müssten die vorschulische Förderung in den Kindertageseinrichtungen intensiviert und die Gebührenfreiheit von der Kita bis zum ersten Hochschulstudium ermöglicht werden. Letztlich versprach sie sich von einer Gemeinschaftsschule, bei der unter einem Dach verschiedene Schulabschlüsse angestrebt und erreicht werden können, eine größere Chancengleichheit. Somit kam man sehr schnell auf die derzeit kontrovers diskutierte Abschaffung der Hauptschule. Auch Schulausschussvorsitzender Hans Peter Meinecke sieht langfristig für diese Schulform keine Zukunft: „In Remscheid profitieren die Hauptschulen derzeit noch von den Schülern, die von den Gesamtschulen aus Kapazitätsgründen abgelehnt werden.“ Unmissverständlich setzte sich Jürgen Gottmann, Leiter der Grundschule Goldenberg und Vorsitzender des Remscheider Stadtverbandes der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, für die Einheitsschule ein: „Nur die Philologen wollen die Hauptschulen erhalten, damit die Gymnasien einigermaßen homogen bleiben“, meinte er. Mit dieser eindeutigen Aussage war man dann allerdings schnell bei der ideologischen Debatte, die man eigentlich vermeiden wollte.
Als „überzeugter Gymnasiallehrer“ verteidigte Michael Birker, Schulleiter des Gertrud-Bäumer-Gymnasiums, das dreigliedrige Schulsystem: „Es gibt keine gute oder schlechte Schulform, sondern nur Schulen, die bemüht oder eben nicht so bemüht sind.“
Wolle man am bestehenden Schulsystem etwas ändern, müsse man Zeit und Geld investieren, forderte Dirk Schönwetter, Leiter der Hauptschule Hackenberg: „Wenn man schon eine neue Schulform schaffen will, dann müssen auch Ressourcen her.“
Mehr Selbstständigkeit
Fernab der Schulstrukturdebatte waren sich Politiker und Praktiker aus dem Schulbereich einig darüber, dass den Kommunen in Bezug auf Schulpolitik größere Selbstständigkeit und mehr Gestaltungsspielraum zugestanden werden muss. Die Städte müssten aktiv auf die Entwicklung vor Ort eingehen, forderte etwa Ute Schäfer.
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