Remscheid: Sponsor will Autobahn-Schild zahlen
VON ALEXANDRA KEMP - zuletzt aktualisiert: 15.04.2010Remscheid (RPO). Großen Unmut löste bei der Lenneper Bezirksvertretung das Vorgehen der Düsseldorfer Bezirksregierung aus, das touristische Hinweisschild auf die historischen Stadtkerne in Lennep und Hückeswagen abzubauen. Bezirksbürgermeister Dr. Heinz-Dieter Rohrweck bezeichnete den Plan als "völlig schwachsinnig".
Ende 2003 waren die beiden Schilder an der Autobahn 1 aufgestellt worden. "Jetzt sollen sie nach kurzer Zeit wieder abmontiert werden, nur weil eine Vorschrift vom Himmel fällt", erregte sich Rohrweck. Den Abbau begründet die Bezirksregierung damit, dass die Schilder wegen des Autobahnausbaus weichen müssen. Sehr wohl sei es möglich, neue Schilder aufzustellen, allerdings an anderen Orten. Das bedeutet, dass es für das kombinierte Lennep/Hückeswagen-Schild keine Verwendung mehr gibt. Stattdessen können andere Schilder aufgestellt werden: Jeweils zwei Hinweise auf den historischen Stadtkern in Lennep und Hückeswagen sowie einen auf das Deutsche Werkzeug- und das Röntgen-Museum.
An diesem Entschluss lässt sich wohl auch nichts mehr ändern, das wurde während der Sitzung der Bezirksvertretung deutlich. Während jedoch die Stadt Hückeswagen bereits eine Finanzierungserlaubnis für ihre Schilder erhalten hat und es auch für die Museums-Schilder aus den Reihen der Fördervereine Sponsoren gibt, ist die Anschaffung der Lennep-Hinweise noch nicht geklärt.
Immerhin: Laut Rohrweck gibt es einen Sponsoren, der drei Viertel des Betrages von insgesamt 9000 Euro bezahlen will. Dieser Sponsor möchte öffentlich nicht in Erscheinung treten. Bleibt ein Betrag von rund 2250 Euro, der noch offen ist. Rohrweck hofft, dass nun die Stadt mit ihrer Eigenleistung einspringen kann und bat Gerald Hein vom Amt für Straßen und Brückenbau zu prüfen, ob seine Mitarbeiter den Aufbau übernehmen können.
Es bleibe jedoch ein bitterer Nachgeschmack: "Das Sponsoring ist zwar toll, aber es gibt so viele andere wichtige Projekte, für die ebenfalls Geld gebraucht wird. Das Vorgehen ärgert mich maßlos", sagte Bibiana Martz (Grüne). Die Bezirksvertretung hofft, das ausgediente Schild vor der Verschrottung retten zu können. Dem Verkehrs- und Förderverein falle bestimmt ein Plätzchen ein, wo es aufgestellt werden könne, sagte Rohrweck. Vorsitzender Klaus Kreutzer regte an, den Hückeswagen-Teil des Schildes mit einer Folie zu überkleben, so ließen sich die Kosten vielleicht noch minimieren.
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