Remscheid: Sportler dankt seinen Rettern
VON ALEXANDRA KEMP - zuletzt aktualisiert: 03.08.2010Remscheid (RPO). Mitte Juni erlitt Ironman Axel Karjetta auf der Lenneper Bachtalrunde einen Schlaganfall. Dass er wieder ganz gesund ist, verdankt er Jugendlichen, die sich um ihn kümmerten. In der BM-Redaktion trafen sie sich.
Nein, sie wollen nicht viele Worte machen um das, was sie getan haben. Dass die vier Jugendlichen anderen ein Beispiel sein können, gestehen sie erst nach einigem Zögern ein. Dabei haben sie mit ihrem schnellen Eingreifen wahrscheinlich dafür gesorgt, dass ein vom Schlaganfall getroffener Sportler sein Leben auch weiter ohne Beeinträchtigungen genießen kann.
Trainiert für den Ironman
Am 18. Juni erlitt Axel Karjetta auf der Lenneper Bachtalrunde einen Schlaganfall (die BM berichtete). Er wollte für den Ironman in Frankfurt trainieren und hatte seinen Lauf gerade begonnen, als ihn ein starkes Schwindelgefühl zu Boden zwang. Sein Glück war, dass dies genau in Höhe einer Parkbank passierte, auf der Lars Harhoff (16), David Jordan (17), Alexander Storsberg (19) und Maurice Schlomski (16) saßen. "Wir haben uns erst mal angeguckt und uns gefragt, was ist denn jetzt", erinnert sich Storsberg.
Die Menschen
Der Sportler Axel Karjetta ist Lenneper. Er nahm am Ironman in Hawaii teil: 3,8 Kilometern Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren, 42,2 Kilometern Laufen.
Die Jugendlichen Lars Harhoff und Maurice Schlomski gehen aufs Röntgen-, David Jordan auf das Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium. Alexander Storsberg absolviert ein Freiwilliges Soziales Jahr.
Kurz zuvor hatten sich die vier Freunde noch beim Public Viewing ein Deutschland-Spiel der Fußball-Weltmeisterschaft angeschaut. Jetzt warteten sie in Nähe der Skater-Bahn an der Bachtalrunde auf weitere Bekannte, um mit ihnen den Abend zu verbringen. Als der Jogger vor ihnen in die Knie ging, "dachten wir erst an Kreislaufprobleme", erzählt David Jordan. Sofort fragten sie, ob sie helfen können, und riefen nach einigen Minuten, als sich der Zustand Karjettas nicht verbesserte, den Rettungswagen.
Heute geht es dem 50-Jährigen wieder besser. Gerade mal eine Woche dauerte sein Krankenhausaufenthalt, und von seinem Schlaganfall sind lediglich Gleichgewichtsprobleme und eine leichte Gangunsicherheit geblieben. Er weiß, dass er glimpflich davon gekommen ist. "Ich bin auf Station gewesen mit vielen, die nicht so viel Glück hatten und mit Lähmungen leben müssen", sagt Karjetta. Er ist davon überzeugt, dass es ihm nicht so gut gehen würde, wenn ihm die vier Lenneper Jugendlichen nicht so zügig geholfen hätten.
In der BM hatte er daher einen Aufruf veröffentlicht. Er bat seine Retter, sich bei ihm zu melden, damit er ihnen danken kann. Und tatsächlich nahmen die jungen Männer mit ihm Kontakt auf – auch, wenn sie selbst an ihrem Verhalten nichts Besonderes finden. "In dem Moment war das selbstverständlich", sagt David Jordan und zuckt mit den Schultern.
Das sieht Axel Karjetta anders. Er hat seinen Rettern nicht nur ein Eis spendiert, sondern auch Karten für ein Fußballspiel besorgt, um sie während des BM-Gesprächs zu überreichen. Am 7. September geht es nach Köln zum EM-Qualifikationsspiel Deutschland-Aserbaidschan. Da tauen selbst die bis dahin so coolen Jugendlichen auf: "Wir freuen uns auf ein 14:0 für Deutschland", sagt Alexander grinsend.
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