Remscheid: Stadtwerke-Fusion Anfang 2009
zuletzt aktualisiert: 29.10.2007 - 10:51Remscheid (RPO). Die Weichen sind gestellt; nun ist es an den drei Städten Remscheid, Velbert und Solingen, den Zug „Rheinisch-Bergischer Stadtwerke-verbund“ auf die richtige Schiene zu setzen. Gestern Nachmittag tagte der Lenkungsausschuss. Dort bekamen Vertreter der Städte, politische Fraktionen, Vertreter der Anteilseigner sowie Arbeitnehmervertreter eine Zwischenbilanz präsentiert.
Nach den intensiven Prüfungen steht fest: Die Einsparungen von mittelfristig etwa 19 Millionen Euro können erreicht werden. Die drei Stadtwerke wollen den Verbund, um im zunehmenden Wettbewerbsdruck auf den Energie- und Verkehrsmärkten bestehen zu können und um die durch gesetzliche Regulierung drohenden Einnahmeverluste der Netzbetreiber abzufedern.
Der Solinger SWS-Aufsichtsrat kommt am 7. November zusammen, um die Ampel auf Grün zu stellen. Die Klingenstädter waren die einzigen, die das Projekt nicht schon im Vorfeld abgesegnet hatten, sondern erst Zahlen präsentiert bekommen wollten. Keine Bedenken Nach dem Verlauf des Lenkungsausschusses hat der scheidende Stadtwerke-Chef Dr. Christian Becker keine Bedenken, dass die Solinger den Verbund noch in Frage stellen werden. Denn das wäre wahrscheinlich zum Schaden der eigenen Stadtwerke.
Hätten doch die Velberter die Möglichkeit, an die Ruhr-Schiene anzudocken und Remscheid in Richtung Märkischer Kreis/Hagen. Mit der Präsentation des Zwischenergebnisses ist die Beratung durch Dr. Frank Karbenn, Managing-Direktor der Privatbank Sal. Oppenheim, noch lange nicht beendet. Denn bis zum Start des Stadtwerkeverbundes fließt noch viel Strom durch die bergischen Leitungen. Zum 1. Januar 2009 soll das Gemeinschaftsunternehmen als Triumvirat an den Start gehen.
Im Frühjahr 2008 müssen die politischen Entscheidungen in allen drei Städten gefällt und danach weitere Klippen umschifft werden, um zu klären, wo die Stammsitze von Holding und Netzagentur sein sollen; und welche Stadt den Aufsichtsratsvorsitzenden stellen darf. Alles Entscheidungen mit Stolperfallen für Kommunalpolitiker, dürfen diese doch in ihren Kommunen nicht den Anschein verbreiten, als hätten sie sich bei der Fusion über den Tisch ziehen lassen. Was alle aber eint – darauf setzt auch Berater Karbenn –, ist der Druck, zu handeln: Denn wer nicht zeitgerecht reagiert, könnte Probleme im Wettbewerb bekommen.
Auch Becker weiß, dass sein designierter Nachfolger Andreas Schwarberg viele dicke Bretter zu bohren hat. Denn auch gestern war nicht alles eitel Sonnenschein. Es herrsche starke Unsicherheit in der gesamten Arbeitnehmerschaft, sagte Becker. Alle werden Abstriche machen müssen, da es ein einheitliches Tarifsystem geben soll.
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport,
Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder,
Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.


