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Remscheid: Städte erwarten Klimawandel

VON ALEXANDRA KEMP - zuletzt aktualisiert: 26.01.2012

Remscheid (RP). Um sich gegen eine steigende Zahl von Stürmen und immer häufigeren Starkregen zu schützen, entwickeln die bergischen Großstädte jetzt ein Handlungskonzept. Wissenschaftler der Technischen Uni Aachen begleiten sie.

Ein ungewöhnlich heftiger Sommerregen ließ im August 2007 den Eschbach über seine Ufer treten. Das Freibad Eschbachtal wurde komplett überflutet, die Schäden waren immens. Auf solche Wetterkapriolen wollen sich die bergischen Städte besser vorbereiten. Foto: Hertgen (Archiv)

Der Klimawandel beschert dem Bergischen Land eine steigende Zahl von Stürmen und starken Niederschlägen. Darauf müssen sich die Kommunen vorbereiten. Hat die Feuerwehr genug Geräte, um überflutete Keller auszupumpen? Gibt es ausreichend große Regenrückhaltebecken? Sind die bergischen Wälder gegen Stürme widerstandsfähig genug?

Diese und viele weitere Fragen will ein Regionalplan beantworten, zu dem es gestern im Kulturzentrum Klosterkirche eine Auftaktsitzung gab. Rund 40 Teilnehmer aus Remscheid und Solingen nahmen teil – Mitarbeiter der Feuerwehren, Entsorgungsbetriebe, Stadtwerke und vieler weiterer Fachbereiche.

Info

Vom Land gefördert

Was? Zurzeit werden Regionalpläne jeweils für die fünf Themen Klima, Gewerbeflächen, Wohnen, Infrastruktur sowie Freizeitwirtschaft und Kulturlandschaft erstellt. Sie geben den Städten einen Leitfaden für deren weitere Entwicklung an die Hand.

Wie? Die Erstellung der Gutachten wird vom Land mit einem Großteil der Kosten gefördert. Allein für die zwei Klimawandel-Gutachten gibt das Land 95 Prozent.

Bis Ende des Jahres wollen sie unter Anleitung von Professor Dirk Vallée vom Institut für Stadtbauwesen an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen einen Handlungsplan entwerfen, der die Städte für den Klimawandel wappnet. "Für jeden Bereich wird es Hausaufgaben geben", sagte Vallée vor der Presse.

Der Wissenschaftler machte deutlich, dass der Klimawandel alle Lebensbereiche berührt. Er führt dazu, dass die Sommer trockener und die Winter feuchter werden. So ist zum Beispiel eine funktionierende Frischluftzufuhr in bebaute Gebiete wichtig. Luftströmungen, die aus den grünen Außenbezirken Kühle in die Straßenschluchten bringen, seien bei der Stadtplanung künftig zu berücksichtigen. Ihr Weg darf nicht verbaut sein.

Sturmschäden nach Kyrill. Foto:

Doch es müssen auch Notfallpläne erstellt werden. Starke Niederschläge können Erdrutsche auslösen, manche Straßen sind besonders gefährdet. Wie sind sie zu schützen? Welche Umleitungen sind möglich? An dem Regionalplan, den die Bergische Entwicklungsagentur koordiniert, arbeiten die Städte Remscheid, Solingen und Wuppertal. Sie erhalten dazu Landesmittel, mit denen vor allem die Mitarbeit der RWTH-Wissenschaftler bezahlt wird. Wuppertal ist nicht bei allen Veranstaltungen dabei, da diese Stadt bereits einige Handlungspläne erarbeitet hat.

Rat entscheidet über Maßnahmen

Die Wissenschaftler wollen sich nun mit den städtischen Fachbereichen kurzschließen, um weitere Fakten zu sammeln. Im Sommer sollen Workshops folgen, in denen diese Informationen ausgetauscht und die Politik auf Stand gebracht werden sollen. Denn letztlich seien es die Stadträte, die über Vorsorgemaßnahmen entscheiden, sagte Vallée. Bis Ende des Jahres sollen Gutachten erstellt werden, die den Städten einen Leitfaden an die Hand geben. Dann läuft die Förderung aus, alle Hausaufgaben müssen gemacht sein.

 

Quelle: RP/url

 
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