Remscheid: Steve Hackett ganz nah
VON LENA WESTHOFF - zuletzt aktualisiert: 30.03.2009Remscheid (RPO). Der ehemalige Gitarrist der Band "Genesis" lockte Freitag und Samstag Anhänger aus aller Welt in die Klosterkirche nach Lennep. Sogar aus Italien reisten Fans eigens an, um ihr Idol spielen zu sehen.
Die Karriere
Peter Gabriel, der damals noch Frontmann von "Genesis" war, brachte Steve Hackett (heute 59) im Jahre 1970 in die Band. Hackett wirkte an acht Alben mit.
Sein erstes Solo-Album veröffentlichte der Gitarrist 1975. 1977 verkündete er seinen Abschied von Genesis. Sein jüngerer Bruder John ist häufig als Flötist an den Studioalben beteiligt.
Lennep Eine ellenlange Schlange hat sich vor dem kleinen Tisch gebildet. Alle fünf Sekunden blitzt von rechts oder links eine Kamera auf und es herrscht ein dichtes Gedränge. Der einzige, der ruhig und gelassen auf einem Stuhl sitzt und geduldig alles unterschreibt, was ihm hingehalten wird, ist Steve Hackett – der Mann, der am Wochenende Fans unter anderem aus Frankreich, Belgien und Portugal nach Lennep in die Klosterkirche lockte.
Beim Steve Hackett-Event 2009, organisiert vom Deutschen Genesis Fanclub, kamen Fans des Gitarrenkünstlers voll auf ihre Kosten. In einer mit viel Liebe zum Detail gestalteten Ausstellung konnten Tour-Plakate aus aller Herren Länder, CDs und Konzertkarten des früheren Genesis-Gitarristen bestaunt werden, und viele Besucher nahmen sich die Zeit, in prall gefüllten Mappen mit Presseartikeln aus über 30 Jahren zu stöbern. Hackett-Fan Franco Civera reiste für das Event sogar aus Italien an. "Ich bin nicht einfach nur unter anderem für das Event hergeflogen, ich bin gerade deshalb hier, das ist etwas ganz Großes!", erzählt er begeistert.
Organisator zufrieden
Auch Organisator Christian Gerhardts zeigte sich mehr als zufrieden mit der zweitägigen Veranstaltung von Freitag und Samstag: "Beide Tage waren restlos ausverkauft und das Haus ist eine wirklich schöne Location."
Auch die am Freitagabend spielende dänische Band "The Watch", die die alten Genesis-Lieder zu neuem Leben erweckte, kam an. "Ich war überrascht, wie gut die waren", berichtet Besucher Christian Kühlenborg, "es war schon toll, gerade die alten Songs noch einmal live zu hören."
Der Sammlermarkt war ebenfalls eine große Attraktion, und die Hoffnung der Fans eine Schallplattenrarität, oder die schon ewig gesuchte CD zu ergattern, war beträchtlich. Die neu erworbenen Schätze unter den Arm geklemmt, versammelten sich die Fans schließlich im Minoritensaal, um das abschließende Highlight der Veranstaltung zu genießen: die "Steve Hackett Acoustic Trio-Storytellers Show". Zusammen mit Roger King am Keyboard und Bruder John Hackett an der Querflöte lief Steve Hackett zur Hochform auf und löste mit seinem virtuosen Spiel schon beim ersten Stück Begeisterungsstürme bei den Zuhörern aus. Ein Song folgte auf den nächsten, und Stücke mit starkem Jazz- und Folk-Einschlag wie "Second Chance" oder "Jazz on a Summer's Night" luden regelrecht zum Träumen ein. Dem Applaus nach zu urteilen war das Konzert jedenfalls ein ausgesprochen gelungener Abschluss des Events.
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