Remscheid: Störer am Bahnhof verdrängt
VON HENNING RÖSER - zuletzt aktualisiert: 02.09.2010Remscheid (RPO). Die massiven Kontrollen von Ordnungsamt und Polizei zeigen Wirkung, sagt die Stadt. Platzverweise wurden erteilt. Auch die anderen Bahnhöfe werden ins Konzept aufgenommen. Videoüberwachung bleibt umstritten.
Eine positive Zwischenbilanz des seit Mitte August praktizierten Sicherheits- und Ordnungskonzeptes für den Hauptbahnhof hat der Leiter des Ordnungsamtes, Jürgen Beckmann, in der Sitzung der zuständigen Bezirksvertretung Alt-Remscheid gezogen. "Die störenden Gruppen haben sich zurückgezogen", sagte Beckmann.
Das verwundert nicht, hat die Stadt doch zusammen mit der Polizei und den im Parkhaus für die Sauberkeit zuständigen Remscheider Entsorgungsbetrieben (REB) ihre Präsenz am Bahnhof in den vergangenen zwei Wochen massiv hochgefahren, nachdem es erhebliche Klagen und Zerstörungen gab. Nicht nur am Tage, sondern auch in der Nacht wurde nach dem Rechten gesehen. Der Stadtdirektor genehmigte Überstunden, damit die städtischen Mitarbeiter das Konzept umsetzen konnten.
Insgesamt 116 Personen wurden kontrolliert, 43 davon erhielten einen Platzverweis. Ordnungsstrafen wurden ausgesprochen. Viele Jugendliche wurden mit Alkohol angetroffen, eine Person wurde sogar auf frischer Tat ertappt, als sie eine Wand beschmieren wollte. "Das kommt selten vor", sagte Beckmann. Die Schäden, die im Parkhaus und auf den Rasenflächen durch Vandalismus entstanden, wurden bereits oder werden in den nächsten Tagen beseitigt. "Das Umfeld ist sauber."
Beckmann kündigte an, dass man die Frequenz der Kontrollen langsam runterfahren und nun in unregelmäßigen Rhythmus vor Ort sein wolle. Einbezogen in das Kontrollkonzept werden auch die neu gestalteten Bahnhöfe in Lennep und Güldenwerth sowie das für viele Millionen Euro gestaltete Freizeitgelände an den Konsumterrassen am Rosenhügel.
Kameras nur im Parkhaus
"Das werden sie nicht lange durchhalten", meldete Alexander Ernst von der Wählergemeinschaft (W.i.R.) Zweifel an, ob die Stadt diesen Kontrolldruck finanziell und personell dauerhaft stemmen kann. Er forderte erneut die Installation einer Videoüberwachung für den Hauptbahnhof. Stadtdirektor Burkhard Mast-Weisz sagte, dass Kameras nur im Parkhaus installiert werden sollen, nicht aber auf dem Bahnhofsgelände. Hier werde in Persönlichkeitsrechte eingegriffen, das ginge nur auf Anordnung der Polizei, sagte Mast-Weisz und erinnerte an die Diskussion um die Bilder von Straßen des Internetdienstes Google Streetview.
Auf Antrag der SPD sollen sich auch der Jugendrat und der Jugendhilfeausschuss mit den Problemen am Bahnhof beschäftigen. Ziel müsse es sein, die Jugendlichen nicht nur zu verdrängen, sondern alternative Konzepte zu entwickeln, sagte Gabriele Leitzbach.
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