Remscheid: Strickware statt Spaghetti-Top
VON ALEXANDRA KEMP - zuletzt aktualisiert: 10.07.2007Remscheid (RPO). Wegen des schlechten Wetters hat sich hochsommerliche Bekleidung zu einem Ladenhüter entwickelt. Umso lieber greifen die Kunden bei der neuen Herbstware zu.
Regen, Regen, Regen. Wer will bei dieser Dauerberieselung eigentlich noch Spaghetti-Tops kaufen? Oder Bermuda-Hosen? Das Wetter sorgt im Textil-Einzelhandel für trübe Stimmung. Zarte Kleider und luftige Polo-Shirts bleiben an den Ständern hängen. Stattdessen gehen nun Blusen und Hemden, berichtet Klaus-Martin Roll, Geschäftsleiter von SinnLeffers.
Dabei hatte nach einem ebenfalls verregneten Mai der warme Juni große Hoffnungen auf eine gute Saison geweckt. Doch nun greifen die Kunden, nachdem sich Urlauber für die erste Ferienhälfte mit leichter Kleidung eingedeckt haben, verstärkt zu wärmender Strickware: „Hochsommerliche Ware geht eher schleppend“, bestätigt auch Edda Droese, Managerin des Allee-Centers.
Rückgang im Mai
Entwicklung: Bis Mai haben sich die Geschäfte im Einzelhandel gut entwickelt. Das berichtet Georg-Eicke Dalchow, Geschäftsführer des Bergischen Einzelhandels- und Dienstleisterverbandes.
Einbruch: Im verregneten Mai kam es jedoch insbesondere für die Textilisten zu Umsatzrückgängen.
Erfreulich: Gut ist laut Dalchow nach wie vor der Umsatz im Lebensmittel-Einzelhandel.
Hoffen auf zweite Ferienhälfte
Steffen Siewert, Geschäftsleiter des Lenneper Warenhauses Hertie, ist gleich in mehrfacher Hinsicht betroffen. Nicht nur bei der Damen- und Herrenbekleidung sei zurzeit eine Flaute zu beobachten, auch die Badeartikel bleiben in seinen Regalen liegen. Nun hoffen die Einzelhändler auf Urlauber, die sich in der zweiten Ferienhälfte ebenfalls noch für Reisen in wärmere Regionen eindecken müssen, berichtet Edda Droese. Auch SinnLeffers-Chef Roll glaubt: „In dieser Woche kommt noch mal ein kleiner Schub.“
Gleichzeitig hat man begonnen, die Preise zu reduzieren. Bei Textilien, Schuhen und Sportbekleidung locken Nachlässe von 20 bis 50 Prozent – „auch für gute Markenware“, betont Droese. Gut beraten ist, wer jetzt einkauft, sagt Hertie-Chef Siewert, denn der Sommer komme bestimmt – wenn nicht im Juli, dann im August oder September. „Und dann hat man noch lange was von seinen Schnäppchen.“
Wer sich über die Trends im Herbst informieren will, für den lohnt sich ebenfalls jetzt schon ein Bummel durch die Geschäfte. Vielerorts sind bereits Teile der neuen Kollektion eingetroffen. Schwarz und Erdfarben sind immer noch „in“, verrät Klaus-Martin Roll. Dazu Pastelltöne und ein sportiver Look, sagt Edda Droese. Außerdem verabschiedet sich schon wieder der 80er Jahre-Trend: „Es gibt nicht mehr so viele hochdekorative Elemente“, berichtet die Managerin des Allee-Centers.
Obwohl jetzt schon mit Reduzierungen begonnen wurde, will der Einzelhandel auch in diesem Jahr nicht auf den Sommerschlussverkauf verzichten. Ab Montag, 30. Juli, werden die Preise noch einmal purzeln, verspricht SinnLeffers-Chef Klaus Martin Roll. Und auch bei Hertie müssen die Lager leer werden: „Wir werden zum Schluss nochmal den Rotstift ansetzen“, berichtet Siewert. So haben auch die Urlauber, die gegen Ende der Ferien zurückkehren, noch etwas von der Schnäppchenjagd.
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