Remscheid: Supfina will Standort schließen
VON HENNING RÖSER - zuletzt aktualisiert: 10.08.2007Remscheid (RPO). Der Remscheider Standort der Supfina Grieshaber GmbH soll zum Ende des Jahres 2008 geschlossen sein. Das erfuhren die Beschäftigten gestern auf einer Betriebsversammlung durch die Geschäftsführung. Der Standort sei nicht mehr wirtschaftlich zu führen, hieß es zur Begründung. Supfina hat in Deutschland noch ein Werk im Schwarzwald.
Nachdem im Frühjahr schon die Halbleiter-Sparte eingestellt worden war, entschied die Geschäftsführung jetzt, dass auch die Herstellung von Finishing-Maschinen (Behandlung von Oberflächen) nicht mehr wirtschaftlich sei. Die übrigbleibenden zwei Standbeine wiederum reichten nicht aus, um den Standort Remscheid zu halten. Sie sollen in den Schwarzwald verlagert werden.
Beschäftigte und Betriebsrat wurden von der Nachricht gestern „kalt erwischt“, sagt die IG Metall. Nachdem Supfina im Frühjahr bereits rund 40 Mitarbeiter über einen Sozialplan abgebaut hatte, schienen für die verbleibenden 95 Mitglieder der Belegschaft die Zeichen für den Erhalt des Standortes Remscheid gut zu stehen.
„Wir hätten in diesem Jahr schwarze Zahlen schaffen können“, sagte der Vorsitzende des Betriebsrates, Hans Werner de Giorgio, der BM. Angesichts einer guten Auftragslage hätten die Mitarbeiter „geackert wie blöde, um die Ziele zu erreichen“. Die Nachricht von der beabsichtigten Schließung sei deshalb umso schockierender. „Wir fühlen uns verarscht“, bringt er die Stimmung in der Belegschaft auf den Punkt. Akzeptieren will man das „Todesurteil“ aber nicht. Ziel aller Beteiligten müsse es sein, ein Konzept für den Erhalt und „nicht für die Zerschlagung des Standortes Remscheid“ zu erarbeiten. Dieses wolle man zusammen mit IG Metall angehen. Die Beschäftigten seien bereit, über Sanierungstraifverträge ihren Beitrag zu leisten, sagte de Giorgio.
„Sollten die Arbeitsplätze hier ersatzlos wegfallen, wäre dies ein weiterer Kahlschlag für die Region Remscheid und ein schwerer Schlag für die betroffenen Familien, die ohne Not ihre Arbeit verlieren, obwohl andere Möglichkeiten gar nicht überprüft worden sind, schreibt die IG Metall in einer Presseerklärung.“
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