Remscheid: TÜV hilft nicht nur „Idioten“
VON JOACHIM RÜTTGEN - zuletzt aktualisiert: 18.10.2007Remscheid (RPO). An der Bismarckstraße hat eine neue Begutachtungsstelle für Fahreignung eröffnet. Autofahrer, die ihren Führerschein verloren haben, bekommen hier Unterstützung. Zielgruppe sind aber auch ältere Kraftfahrer.
Wer seine Fahrerlaubnis aufgrund von Alkohol- oder Drogenkonsum verliert, hat es oft schwer, sie zurückzubekommen. Der „Idiotentest“ droht. Diese Hürde ist hoch. Da bedarf es schon einer intensiven Vorbereitung, um diese Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) zu bestehen.
Der TÜV Nord hat an der Bismarckstraße 55-57 im ehemaligen DGB-Haus eine neue Begutachtungsstelle für Fahreignung eröffnet. Hier werden nicht nur Untersuchungen für Autofahrer durchgeführt, die ihren Führerschein verloren haben. Mittlerweile bieten die Experten viele Dienstleistungen an, die die individuelle Mobilität auf Dauer sichern sollen.
Zielgruppe sind vor allem ältere Kraftfahrer. Sie erhalten eine allgemeine Beratung, viele Informationen zur Fahrtüchtigkeit und können sich Reaktions- und Aufmerksamkeitstests unterziehen. Für alle anderen außerdem im Angebot: Verkehrspsychologische Beratung zum Punkteabbau, Maßnahmen zur Sperrfristverkürzung und Schulungen. Für Bus-, Taxi- und Lkw-Fahrer wird der alle fünf Jahre fällige Fitness-Check angeboten. Auch Fragen zum Thema „Gesundheit und Autofahren“ werden erörtert.
Kostenlose Infoabende
Die Psychologen der Begutachtungsstelle des TÜV Nord laden alle 14 Tage zu kostenlosen Infoabenden über die MPU ein. Start ist am Donnerstag, 15. November, ab 18 Uhr. Weitere Informationen gibt es unter Tel. 0 21 91/46 02 800 oder an der TÜV-Service-Hotline unter Tel. 08 00/80 70 600.
„Für Remscheid ist die Begutachtungsstelle neu, nur in Wuppertal, Düsseldorf und Essen gibt es ähnliche Angebote vom TÜV Nord und vom Mitbewerber TÜV Rheinland, erklärt Diplom-Psychologe Peter Kalendruschat, Leiter Marketing und Vertrieb beim TÜV Nord.
Der Bedarf sei groß. Auch die Behörden hätten ein großes Interesse an solchen Begutachtungsstellen, vor allem, wenn sie, wie in Remscheid, unweit von Bahnhof, Busbahnhof und Führerscheinstelle (Ämterhaus) liegen. „Den Kunden interessiert diese Nähe, weil er oft keinen Führerschein mehr hat“, betont Kalendruschat.
Außerdem biete der TÜV Nord alle Dienstleistungen unter einem Dach an: Bislang mussten Betroffene zum Hausarzt, zum Augenarzt und für den Leistungstest zusätzlich zum TÜV. Arbeitsmediziner Dr. Jochen Plank sowie die Diplom-Psychologen Andrea Eckes, Klaus Nögel und Peter Kalendruschat kümmern sich um die Betroffenen. Die Preise für Untersuchungen und Gutachten sind in einer vom Verkehrsministerium festgelegten Gebührenordnung vorgeschrieben: Die Komplettuntersuchung für Senioren kostet 120 Euro, Taxi- und Busfahrer zahlen 129,80 Euro, Lkw-Fahrer 69 Euro; die MPU wegen Trunkenheit am Steuer kostet 377 Euro, bei einem Drogenvergehen sind 520 Euro fällig.
Sobald sich der TÜV Nord einen Kundenstamm aufgebaut hat, öffnet die Begutachtungsstelle Montag bis Freitag, 7.30 bis 16.30 Uhr, und Samstag, 7.30 bis 15 Uhr.
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