Remscheid: Umweltzone ab Herbst
VON HENNING RÖSER - zuletzt aktualisiert: 08.02.2012Remscheid (RP). Die Stadt will sie nicht, doch vieles spricht dafür, dass im September in Remscheid eine Umweltzone eingeführt wird. Neben dem zentralen Innenstadtbereich wären auch Honsberg, Blumental und Kremenholl betroffen.
Geht es nach der Bezirksregierung in Düsseldorf, dann werden Teile der Remscheider Innenstadt ab Mitte September zur Umweltzone. Betroffen sind nach der jetzigen Planung der Bereich zwischen Elberfelder und Freiheitstraße sowie die Stadtbezirke Honsberg, Blumental und Kremenholl.
Nur Fahrzeuge mit einer grünen oder gelben Feinstaubplakette dürften dort dann noch fahren. Fahrzeuge mit einer roten oder ohne Plakette sind in der Zone nicht mehr fahrberechtigt. 385 Pkw und 159 Nutzfahrzeuge wären betroffen, hat die Stadt ausgerechnet.
Grund für das Einschreiten der Aufsichtsbehörde in Düsseldorf: An der Freiheitstraße werden die Grenzwerte für die Stickstoffdioxidbelastung in der Luft seit Jahren überschritten.
Probleme im Detail
Die geplante Abgrenzung der Zone wirft an einigen Stellen Probleme auf, berichtet die Stadtverwaltung.
Alexanderstraße Wäre für Fahrzeuge ohne Berechtigung eine mögliche Ausweichstrecke. Hier droht ein Engpass.
Kronprinzenstraße / Am Bruch Hier fürchtet die Stadt gefährliche Wendemanöver.
"Endgültig entschieden ist noch nichts, aber es spricht vieles dafür, dass die Umweltzone kommt" sagt Wolfgang Putz, Leiter des Umweltamtes. Die Stadt will die Umweltzone nicht. Doch ihr Vorschlagspaket für bessere Luft, das unter anderem eine Optimierung des Verkehrsflusses an der Freiheitstraße und die weiträumige Umleitung des Durchgangsverkehrs vorsieht, hat die Bezirksregierung bislang nicht überzeugt. Eine weitere Sitzung der gemeinsamen Projektgruppe steht Ende März noch an. Gibt es hier keine überraschende Wende, werden die Pläne für die Umweltzone ab Mai öffentlich ausgelegt.
Bis Ende Juni können Bürger und Institutionen sich zur Umweltzone äußern. Diese Einwände und Anregungen prüft das Land bis Juli. Über die Kosten, die mit Einführung der Umweltzone auf die Stadt zukommen, gibt es noch keine Aussagen.
Eine zeitliche Befristung der Umweltzone gibt es nicht, sagt Putz. Und aktuell ist ihm auch kein Fall einer Stadt bekannt, wo eine einmal eingerichtete Umweltzone wieder aufgehoben wurde. Was wohl auch daran liegt, dass der Erfolg der getroffenen Maßnahmen nur schwer nachweisbar ist, wie Ansgar Toennes vom Umweltamt der Nachbarstadt Wuppertal erklärt. Dort gibt es seit 2009 eine Umweltzone, deren Bedingungen zwischendurch noch einmal verschärft wurden.
Mehr auf Hochrechnungen als auf der Basis von statistischen Daten denn auf konkreten Messungen bewertet das Landesumweltamt die Situation vor Ort. Demnach ist die Feinstaubbelastung in Wuppertal gesunken. Die Werte für Stickstoffdioxid aber bleiben konstant über der zulässigen Grenze.
Ein Effekt ist in der Nachbarstadt dabei ganz klar erkennbar: Der Fahrzeugbestand ist deutlich moderner geworden. Viele Bürger haben die Einführung der Umweltzone zum Anlass genommen, sich ein neues Auto mit besseren Abgaswerten anzuschaffen.
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