Remscheid: Velten und Gradante sind "Sportler des Jahrzehnts"
VON HENNING SCHLÜTER - zuletzt aktualisiert: 27.03.2010Remscheid (RPO). Dienst ist Dienst, da half auch keine Zangenbewegung: Weil Anna-Maria Gradante Nachtschicht als Hebamme im Gummersbacher Kreiskrankenhaus schieben musste, nutzte auch das gute Zureden des eingeweihten Freundes und der Mutter nichts.
Die Bronzemedaillen-Gewinnerin der Olympischen Spiele von Sydney konnte ihren Dienst nicht tauschen und fehlte deswegen bei der "10. Nacht des Sports" im Teo Otto Theater. Die von unserer Redaktion ausgelobte Ehrung der ehemaligen Judoka als Remscheids "Sportlerin des Jahrzehnts" wird nachgeholt.
"Stolz auf diese Auszeichnung"
Dafür war Remscheids "Sportler des Jahrzehnts" wie gewohnt sehr präsent: Ausdauerläufer Sascha Velten wusste ebenso wie Gradante vorab nichts von der Ehrung. Als er schließlich auf die Bühne gerufen wurde, strahlte Velten übers ganze Gesicht: "Ich bin stolz auf diese Auszeichnung", sagte er ins Mikrofon von BM-Redaktionsleiterin Kristina Hellwig, die die Auszeichnung vornahm und den Gewinner interviewte.
Nach den vielen Erfolgen der Vergangenheit hat sich Velten nun auf die ganz langen Strecken spezialisiert. Im April will er sich für die WM im 100-Kilometer-Lauf qualifizieren: "Ich hoffe, mit dem Adler auf der Brust Deutschland zu vertreten." Die Frage, was ihm auf diesen Distanzen mit Laufzeiten von über sieben Stunden durch den Kopf geht, konterte Velten auf seine Art: "Wenn man nach einer Stunde gar nichts mehr denkt, kann man gewinnen."
Beinahe wäre auch Velten nicht bei der Ehrung sondern im Trainingslager der LTV-Runners in Winterberg gewesen. Aber er ließ sich das Großereignis nicht entgehen und fährt heute seinen Teamkollegen hinterher, denen er gestern am Telefon "ein Bier auf meine Rechnung" versprach.
Pech hatten die Organisatoren, dass gestern auch andere Sportler verhindert waren. Davon betroffen war besonders die Ehrung der "Jugendsportler des Jahres". Der Sieger, Fußballer Luca Dürholtz (Bayer Leverkusen), konnte nicht dabei sein, weil er seit Donnerstag mit der U 17-Nationalmannschaft in der Schweiz um den Einzug in die EM-Endrunde spielt. Auch der zweitplatzierte Hannes Schürmann fehlte, weil er ein Trainingslager in der Türkei absolviert.
Dafür waren die auszuzeichnenden Ehrenamtler komplett: Michael Geh (SC Rot-Weiß Remscheid; Tennis), Günther Schmidt (Reinshagener TB, Leichtathletik) und Öffentlichkeitsarbeiter Werner Jaspers (Remscheider SV), der die "Nacht des Sports" in seiner Zeit beim Sportbund Remscheid mit aus der Taufe gehoben hatte, wurden von Oberbürgermeisterin Beate Wilding und Sportbund-Chef Reinhard Ulbrich geehrt.
Die Sieger
Bei der Wahl zur Sportlerin des Jahres setzte sich Leichtathletin Sarah Schötz mit 36 Prozent der abgegebenen Stimmen durch. Auf den Plätzen folgten Ramona Bothe (ebenfalls LG Remscheid; 25 Prozent), Sabine Papendick (LTV-Runners; 19), Maike Bock (Sportkegeln, RSV-Samo; 11) und Hannelore Kerlies (Sportschießen; SG Balken Leichlingen; 9).
Sportler des Jahres wurde Leichtathlet Daniel Schmidt (LTV-Runners; 30 Prozent), dicht gefolgt von Footballer Jens Vogt (Düsseldorf Bulldozer; 25). Dahinter rangierten Bodo Monschau (Dokan Shotokan-Karate Remscheid; 21), Schwimmer Christoph Fildebrandt (Bayer Dormagen; 17) und Reiter Kai Fiebig (VRuF Remscheid; 7).
Die meisten Stimmen bei der Wahl zur Mannschaft des Jahres erhielten die Footballer des AFC Bergischer Amboss mit 37 Prozent. Dahinter folgte die Rollhockey-Jugend des VfB 06/08 Remscheid (25), die Schüler-Fußballer der Albert-Schweitzer-Realschule (18), die Basketballerinnen des Remscheider SV (16) sowie die Sportkeglerinnen des RSV-Samo, Maike und Tanja Bock (4).
Unter allen Teilnehmern der Wahl wurden Preise verlost. Gewinner des Rundflugs über das Bergische Land wurde Ann Kathrin Neise aus Remscheid. Einen Präsentkorb des Landmarktes Kottsieper bekommt Helga Brandt aus Remscheid. Den Saunagutschein des H2O-Badeparadieses erhält Jörn Born aus Wuppertal.
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