Remscheid: Verdi legt Busverkehr lahm
VON JOACHIM RÜTTGEN - zuletzt aktualisiert: 21.02.2008Remscheid (RPO). Am Freitag wird im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gestreikt. Die Gewerkschaft hat 250 Beschäftigte der Stadtwerke Remscheid aufgefordert, sich von Freitag, 2 Uhr, bis Samstag, 2 Uhr, an den Aktionen zu beteiligen.
Wer mit dem Bus zur Arbeit oder zur Schule fährt, muss sich für morgen ab 2 Uhr Alternativen suchen. Die Gewerkschaft Verdi hat Streiks im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) angekündigt und 250 Beschäftigte der Stadtwerke aufgerufen, sich an Aktionen bis Samstag, 2 Uhr, zu beteiligen.
„Wir gehen davon aus, dass alles zum Erliegen kommt“, erklärt Verdi-Bezirksgeschäftsführer Jürgen Krause. Der Streik richte sich nicht gegen die Bürger, sondern diene dazu, Druck auf die Arbeitgeber auszuüben. Man wolle eine größtmögliche Wirkung erzielen. Verdi fordert nach Angaben von Krause acht Prozent mehr Lohn und Gehalt. Die Arbeitgeber (Kommunen und Bund) hätten bislang aber nur ein über zwei Jahre gestrecktes „Angebot“ vorgelegt, verbunden mit einer Erhöhung der Arbeitszeit um 1,5 Stunden. „Unterm Strich bleibt da für die Beschäftigten nichts über“, betont er. Ein Fahrdienstbeschäftigter (ledig, keine Kinder) verdiene anfangs etwa 1200 Euro netto – „ein wenig üppiges Gehalt, denn die Kollegen sind Tag für Tag und fast rund um die Uhr für andere Menschen da“, sagt Krause.
25 000 Leute betroffen
Die Stadtwerke zählen pro Jahr etwa 20 Millionen Beförderungsfahrten. Werktags nutzen zwischen 20 000 und 25 000 Personen die Busse. In Remscheid gibt es etwa 15 000 Schüler, von denen 8500 das so genannte „Schokoticket“ besitzen.
Gravierende Auswirkungen durch den Streik befürchtet Klaus Günther-Blombach, Leiter der Verkehrsbetriebe bei den Stadtwerken. Dort sind 80 Prozent der Mitarbeiter gewerkschaftlich organisiert. Zurzeit sind täglich 150 Busfahrer in 100 Bussen unterwegs. Zum Streik aufgerufen sind auch die Mitarbeiter in Verwaltung, Verkehrsmeisterei, Vertriebsmitarbeiter und Werkstatt. „Sollte Verdi die Drohungen wahr machen, fährt hier Freitag kein Bus raus“, betont Günther-Blombach.
Auch Solingen und Wuppertal seien betroffen, das Bergische Städtedreieck werde zum Erliegen kommen. „Die Versorgung mit Strom, Gas und Wasser ist aber gesichert“, verspricht er. Auch der Schulverkehr ist massiv vom Streik betroffen. „Die Eltern müssen selber organisieren, wie ihre Kinder zum Unterricht kommen. Unser Appell: Fahrgemeinschaften bilden, denn uns sind die Hände gebunden, wir haben uns zu fügen“, betont Günther-Blombach. Die Schulen müssen damit rechnen, dass viele Schüler nicht zum Unterricht erscheinen. „Die Eltern sollen entscheiden, ob sie ihre Kinder bringen können oder entschuldigen. Da es sich um höhere Gewalt handelt, müssen wir das akzeptieren“, erklärt Hans-Helmut Hammes, Leiter des Röntgen-Gymnasiums. Dort nutzen etwa zehn Prozent der 830 Schüler den Bus.
Auch beim Subunternehmen „Elba“, das zu 25 Prozent den Stadtwerken gehört, stehen die Zeichen auf Streik. „Dort wird zurzeit ein Haustarifvertrag mit Verdi erarbeitet“, betont Günther-Blombach.
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