Remscheid: Verliebt ins Chinesische
VON STEFANIE BONA - zuletzt aktualisiert: 03.09.2010Remscheid (RPO). Nächste Woche startet die Volkshochschule mit ihrem neuen Semester. Diese Woche bot sie Schnupperkurse an, etwa in Chinesisch und Kommunikationstraining. Morgen ist Tag der offenen Tür.
Schnuppern auf Chinesisch heißt Eintauchen in eine für den Westeuropäer völlig fremde Klangwelt. Die auszusprechenden Laute sind nasal, kehlig und sorgen für den einen oder anderen Kursteilnehmer der Schnupperwoche an der Remscheider Volkshochschule für den berüchtigten Knoten in der Zunge.
Zum ersten Mal gibt das Weiterbildungsinstitut in dieser Woche den Bürgern die Gelegenheit, das Programm kostenlos und unverbindlich kennen zu lernen. Und das Interesse am Intensiv-Chinesisch-Kursus von Amee Min Dai ist beachtlich.
Eine Oberstufenschülerin möchte sich eine vierte Fremdsprache aneignen, ein Geschäftsmann will bei Reisen ins Reich der Mitte mit Sprachkenntnissen punkten, und eine Dame hat sich ganz einfach in "die fremde Kultur verliebt". "In 45 Minuten", so verspricht die chinesische Dozentin, "können Sie sich alle selbst vorstellen."
Tag der offenen Tür
Schnupperkursus Morgen öffnet die Volkshochschule Remscheid, Elberfelderstraße 32, von 10 bis 14 ihre Türen für die Öffentlichkeit. Es gibt weitere Schnupperkurse, einen Büchertisch und Gelegenheit zum Gespräch mit den Bereichsleitern und Dozenten.
Programm Information zum Programm unter Tel. 02191 16 27 86 oder www.vhs.remscheid.de
Besser Kommunizieren
Eine Etage tiefer ist der modern eingerichtete Kursraum beinahe voll besetzt. In fünf Unterrichtseinheiten will Andrea König-Wenskus ihren Schülern "selbstsicheres Auftreten im Alltag" vermitteln. Die Kommunikations-Trainerin weiß, dass Menschen aus verschiedenen Beweggründen ihre Unterstützung suchen.
"Manchmal wirken Leute nach außen sehr selbstbewusst, sind aber eigentlich recht unsicher." Gerne werden ihre Kurse von Frauen besucht, die nach längerer Pause wieder in den Beruf zurückkehren. Andere stehen im Job vor einer neuen Herausforderung. Auch Mobbing am Arbeitsplatz kann für den einen oder anderen ihrer Kursteilnehmer eine Rolle spielen, so die Erfahrung der gebürtigen Baselerin.
Im Schnupperkursus haben sich Männer und Frauen fast aller Generationen eingefunden. Sie hören interessiert zu, welche Bereiche die Dozentin ansprechen möchte. Die Körpersprache zum Beispiel sagt viel über die Wirkung auf das Gegenüber aus. Gestik, Mimik, Stimme, Körperhaltung und Atmung fallen den Zuhörern spontan zum Thema ein.
"Wie sieht's mit der Gesichtsfarbe aus? Das Rot werden ist doch wohl jedem noch aus der Schule bekannt?", fragt Andrea König-Wenskus augenzwinkernd in die Runde. Doch verweist sie keinesfalls nur auf Defizite, niemand muss sich verunsichert oder gar ertappt fühlen. Im Gegenteil: "Rot zu werden finde ich persönlich ganz charmant."
Bei den Chinesisch-Schülern von Amee Min Dai sind derweil erste Erfolge zu verzeichnen. "Wo shi Susanne, ni shi Martin" – "Ich bin Susanne, du bist Martin" üben die Damen und Herren eifrig.
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