Remscheid: Viel zu teure „Trassophonie“
VON HENNING RÖSER - zuletzt aktualisiert: 15.09.2007Remscheid (RPO). Für die Einweihungsfeierlichkeiten bei der „Trasse des Werkzeugs“ wurde das Budget kräftig überzogen. Das monieren die Rechnungsprüfer der Stadt. Der Kulturdezernent räumt Fehler ein.
Als Volksfest war die „Trassophonie“ ein großer Erfolg. Die feierliche Eröffnung des Regionale 2006-Projektes „Trasse des Werkzeugs“ im letzten September zog sehr viele Besucher an.
Finanziell dagegen war die „Trassophonie“ ein großer Fehlschlag. Der vom Rat dafür eingeräumte Kostenrahmen von 55 000 Euro wurde um 20 Prozent überschritten. 12 422 Euro musste Kämmerer Jürgen Müller Müller im Januar 2007 nachträglich aus der leeren Stadtkasse bereitstellen, weil das Geld nicht reichte. Das geht aus einem Bericht des Rechnungsprüfungsamtes hervor, der erst jetzt öffentlich gemacht wurde.
Drei Tage Programm
Drei Tage, vom 22. bis zum 24 September 2006, dauerte die „Trassophonie“.
Neben Aktionen auf der Trasse, die über keine eigene Beleuchtung verfügt, gab es auch Veranstaltungen im Teo Otto Theater, in der Event-Location und in der Kraftstation.
Allein 23 000 Euro für Strom
Die Prüfer haben einiges zu bemängeln. Schlechte Planung, unklare Verantwortlichkeiten, ein undurchsichtiger Umgang mit Rechnungen sind nur einige Stichworte aus dem Bericht. Dass allein 23 000 Euro für Stromkosten, Beleuchtung und ein „Licht-Event“ draufgingen, sei den Planern im Vorfeld nicht klar gewesen. Lediglich 10 000 Euro waren für diesen Posten eingeplant waren.
Kulturdezernent Dr. Christian Henkelmann, dessen Team das Konzept im letzten Jahr unter hohem Zeitdruck entwickelte, nachdem eine erste Planung durch das Baudezernat auf starken Widerspruch in der Politik (zu teuer, zu elitär, zu unsicher) gestoßen war, räumte im Hauptausschuss am Donnerstagabend Fehler ein. Es habe in seinem Dezernat klare Worte zu den Pannen gegeben. Das zu viel ausgegebene Geld werde in seinem Dezernat eingespart. Der Haushalt werde nicht belastet. Gleichzeitig nahm er seine Leute aber auch in Schutz. Üblicherweise brauche man einen Vorlauf von mehr als einem Jahr, um ein solches Fest zu organisieren. Als man den Auftrag zur „Trassophonie“ auf politischen Druck hin übernahm, waren nur noch wenige Monate Zeit.
Die SPD kritisierte im Hauptausschuss den nachlässigen Umgang mit Steuergeldern, sprach von „Kuddelmuddel“ und „Wirrwarr“ in der Ausführung und wunderte sich zudem darüber, dass mit Hans-Lothar Schiffer ein ehemaliger Mitarbeiter der Stadt für ein Honorar von 3000 Euro eingestellt worden sei, um die Trassophonie zu koordinieren. Das hätte die Stadt aus eigenen Kräften hinbekommen müssen, sagte Lothar Krebs. Hauptgrund für die Kostenexplosion ist aber auch aus Sicht der SPD die „mangelnde Vorbereitungszeit“.
Bilder von der „Trassophonie“unter
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