Remscheid: Viel zu tun – aber wer macht’s?
VON ALEXANDRA KEMP - zuletzt aktualisiert: 15.11.2006Remscheid (RPO). Analyse Wichtige Akteure ziehen sich von der Bühne zurück.
Wer macht’s? Auf diese Frage scheint es in Lennep zurzeit nur einen möglichen Reflex zu geben: schlagartige Stille. Karin Nennstiel hat’s erlebt. Die Vorsitzende der Lenneper Werbegemeinschaft wird sich im kommenden Jahr nicht mehr zur Wiederwahl stellen. Das kündigte sie bereits vor vielen Monaten an und erzeugte damit Schweigen im Walde. Denn es muss ein Nachfolger gefunden werden. Auf die Frage, wer’s macht, zogen die Mitglieder die Köpfe ein. Das Tagesgeschäft fordere bereits die volle Kraft. Der Überlebenskampf ist hart in Lennep.
Wichtige Akteure verlassen die Bühne. Karin Nennstiel zieht sich aufgrund beruflicher Belastung schon jetzt spürbar zurück. Sie muss ihre wenigen freien Tage dazu nutzen, um das Nötigste auf die Beine zu stellen. Einer der letzten Kraftakte war das Altstadtfest. Um die Anwerbung der Sponsoren für die Weihnachtsbeleuchtung kümmerte sich in der Hauptsache Andreas Meike vom Stadtmarketing. Der nicht allein für Lennep zuständig ist. Eine Übergangslösung.
Eine wichtige Rolle in der Werbegemeinschaft spielt zurzeit auch Hans-Lothar Schiffer. Er ist Ansprechpartner für den Lenneper Weihnachtsmarkt, dessen Dauer auf nur wenige Tage geschrumpft ist.
Dabei ist Schiffer – einst Mitarbeiter beim Stadtmarketing, jetzt im (Un-) Ruhestand – eigentlich nur eine Zwischenbesetzung, weil auch seinen Job niemand machen will. Also ebenfalls eine Übergangslösung. Was kommt danach? Wie wichtig die Werbegemeinschaft für Lennep ist, zeigt sich spätestens jetzt, da sie an Schlagkraft verliert.
Kulissenwechsel. Nachdem die Aktivitäten des alten Lenneper Marketingrates versandet sind, soll ein neuer gegründet werden. Auch dabei zieht Meike die Fäden, will treibende Kräfte an einem Tisch versammeln. Das gestaltet sich als sehr zähflüssig. Schon für Oktober wurde die Neugründung des Gremiums angekündigt. Jetzt ist zu erfahren, dass es im Dezember „ein Vorgespräch“ geben soll. Ein Vorgespräch – von der Gründung eines neuen Marketing-rates ist das weit entfernt. Und wer macht’s? Klaus Kreutzer, Vorsitzender des Verkehrs- und Fördervereins, war zeitweise für den Vorsitz des Marketingrates im Gespräch. Keine schlechte Wahl, ist er doch eine der wenigen Kräfte, die viel bewegen im Stadtteil. Doch genau damit hat er genug zu tun. Ob er wohl auf Engelszungen hört?
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