Remscheid: Warnung vor tödlichem Rauch
VON SOLVEIG PUDELSKI - zuletzt aktualisiert: 13.03.2009Remscheid (RPO). Heute ist der Tag des Rauchmelders. Die Feuerwehr Remscheid appelliert an alle Bürger, dieses Frühwarnsystem in ihren Häusern und Wohnungen zu installieren. Bei einem Brand kann es Leben retten.
Für die Sicherheit
Rauchmelder Die Geräte gibt es bereits zum Preis von vier bis fünf Euro, einige Modelle mit Zehnjahres-Batterien.
Installation Sie sollten in jedem Schlafzimmer, Wohn- und Kinderzimmer eingebaut werden.
Haushaltsabdeckung Nur rund fünf Prozent der Wohnungen sind mit den Meldern ausgestattet.
Der Schock bei Romy und Thomas Hütz sitzt noch tief. Im vergangenen Dezember brannte es in ihrem Einfamilienhaus an der Vossnackstraße – 300 000 Euro Sachschaden. "Es musste alles raus. In den Zimmern hingen schwarze, klebrige Fäden von den Decken. Der Brandgeruch steckte überall", berichtet der Remscheider Unternehmer, der zum Zeitpunkt des Brandes mit seiner Frau in der Sparkasse war. Die Familie zog ins Hotel, später in eine Mietwohnung, während ihr Haus komplett saniert wurde. Dennoch hatte sie Glück im Unglück.
"Ohne Rauchmelder hätte es Tote gegeben", sagte Michael Hill. Er ist Einsatzleiter bei der Remscheider Feuerwehr und war damals beim Brand vor Ort. Wie wichtig Rauchmelder sind, das macht die Feuerwehr am "Tag des Rauchmelders" deutlich. An diesem Tag, der stets an einem Freitag, den 13., ist, wolle man die Menschen wach rütteln und vom Einbau eines solchen Frühwarnsystems überzeugen, erläuterte Feuerwehrchef Guido Eul-Jordan bei einem Pressegespräch. "Mit mehreren Strategien versuchen wir, Rauchmelder in die Wohnungen zu bekommen", sagte er.
Brandschutzerziehung für Kleine
So erhielten Eltern zur Geburt ihres Kindes dank der Unterstützung der Stadtsparkasse Remscheid einen Rauchmelder, nannte OB Beate Wilding ein Beispiel. 2000 Geräte wurden gestiftet. Brandschutzerziehung mit Kindergärten – in Form von Seminaren für Erziehrinnen und Brandschutz-Übungen mit den Kleinen – ist ein zweiter Punkt. Beim Besuch der Wache erhalte jedes Kind einen Rauchmelder. Guido Eul-Jordan ist sicher, dass die Kinder nach der Demonstration am so genannten Rauch-Haus, "die Väter auch dazu bringen, die Bohrmaschine herauszuholen". Denn nur jedes siebte gekaufte Geräte werde tatsächlich installiert. Vielleicht wären alle gewissenhafter, wenn sie wüssten, dass es im Brandfall auf jede Sekunde ankommt. "Zwei Drittel der Feuer brechen nachts aus, wenn die Instinkte der Bewohner ausgeschaltet sind", betonte Dirk Viertelhaus. Er ist Fachmann für Gefahrenvorbeugung bei der Wehr. Ein, zwei Atemzüge im verrauchten Raum können aufgrund des giftigen Gehalts durch verbrannte Kunststoffe tödlich sein. "Erstickung ist die Gefahr, nicht das Verbrennen."
Noch vorsichtiger möchte das Ehepaar Hütz künftig sein: Es plant eine vernetzte Rauchmeldeanlage. Brandauslöser war damals eine Weihnachtslichterkette, die in einem künstlichen Kranz bei einem Kurzschluss durchschmorte. Binnen Minuten war das Haus verqualmt.
Ein anderes Beispiel: Ihr Leben und das ihrer Kinder konnte die Bewohnerin des Hauses an der Elisabethstraße zwar retten, als am Dienstag ihre Küche ausbrannte. "Weil sie nicht versichert war, ist aber ihre Existenzgrundlage vernichtet", berichtete Hill. Ein Rauchmelder hätte sie oder ihre Nachbarn frühzeitig gewarnt. Dirk Viertelhaus appelliert, keine Scheu zu haben, die Feuerwehr zu rufen, wenn aus einer Wohnung das Piepsen des Rauchmelders zu hören ist. "Unser Einsatz ist kostenfrei."
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