Remscheid: Was die Stadtteile bewegte
VON ALEXANDRA KEMP UND SOLVEIG PUDELSKI - zuletzt aktualisiert: 30.12.2009 - 13:44Remscheid (RPO). Welche Entwicklungen haben die Innenstadt, Lennep und Lüttringhausen 2009 geprägt? Welche Projekte wurden vollendet, welche Erfolge erzielt? Die BM wirft einen Blick auf die Höhen und Tiefen in den Stadtteilen.
Innenstadt Bautätigkeiten bestimmten vor allen Dingen in der Innenstadt den Wandel. Allen voran der Hauptbahnhof, der im Juni eingeweiht wurde. Die Auswirkungen sind bis weit in die Stadtteile hinein zu spüren - insbesondere der Einzelhandel stöhnt unter der Konkurrenz von Kaufland.
Das Allee-Center hat sich vergrößert. Ende April wurde der 4000Quadratmeter umfassende Anbau eingeweiht. Insgesamt stehen dem Center jetzt 30000 Quadratmeter Verkaufsfläche zur Verfügung. Es ist damit nach eigenen Angaben das größte Einkaufszentrum im Bergischen Land. 20Millionen Euro wurden investiert.
Lennep Was niemand zu glauben wagte, wurde letztlich doch traurige Wirklichkeit: Mitte August schloss das Warenhaus Hertie. Das riss im Stadtteil eine Wunde, die bis heute nicht geschlossen ist. Denn mit Hertie ging ein Publikumsmagnet, und ein Nachmieter ist weit und breit nicht in Sicht. Einzig Lotto Rosbach hält sein Geschäft noch geöffnet - und die Kunden halten Inhaber Lutz Rosbach die Treue.
Auch in Lennep laufen Bauprojekte. Der Bahnhof erhält durch die Modernisierungsoffensive der Deutschen Bahn ein neues Gesicht. Für das zum Verkauf stehende Bahnhofsgebäude hat sich allerdings noch kein Investor gefunden. Hoffnung von Stadtplaner Hans-Gerd Sonnenschein war es, dort Arztpraxen anzusiedeln. Stattdessen soll nun ein freies Grundstück an der Poststraße/Ecke Bergstraße mit einem Ärztezentrum bebaut werden. Ein nicht unumstrittenes Projekt. Kritiker bemängeln, dass damit nicht ein einziger zusätzlicher Arzt nach Lennep geholt wird und sich die Erreichbarkeit der Praxen verschlechtert.
Viele Leerstände sind jetzt auch an der Kölner Straße zu beklagen. Unter anderem schlossen der Drogeriemarkt Schlecker und das Mode-Geschäft „Scheer Wear“, Intersport Croll zog zum Hauptbahnhof in die City, und zuletzt gab die Parfümerie Barbara Jacobs auf. In der Altstadt gibt es dagegen zwei Lichtblicke: Hübsche Deko-Geschäfte an der Wetterauer Straße laden zum Stöbern und Kaufen ein. Das ist auch Ziel des Garten-Centers Kremer an der Lüttringhauser Straße, das im Frühjahr nächsten Jahres eröffnen soll. Ein Mitbewerber hat allerdings zuvor die Segel gestrichen: Das Klee-Gartencenter am Neuenteich schloss zum 15. Dezember dieses Jahres. Gut angenommen wird hingegen das neue Einkaufszentrum rund um den Kaufpark an der Wupperstraße.
Lüttringhausen In Lüttringhausen haben „Die Lütteraten“ einen von vielen beachteten Erfolg errungen: Die Aktiven im Förderverein haben es geschafft, die Stadtteilbibliothek im Jahr ihres 100-jährigen Bestehens vor der Schließung zu retten. Gelungen ist dies mit vielen Ideen zur Belebung der Einrichtung, einer rührigen Öffentlichkeitsarbeit und einer Überzeugungskraft, die andere im Dorf so begeistert hat, dass sie den Verein nach Kräften unterstützten - allen voran der Heimatbund Lüttringhausen. Buchpatenschaften, Vorlesestunden, Spendenaktionen und die Bereitschaft Ehrenamtlicher, einen Teil des Büchereidienstes mit zu tragen, trugen dazu bei, auch die Politik zu überzeugen. Laut Ratsentscheidung hätte die kleine, feine Bücherei an der Gertenbachstraße in diesem Jahr geschlossen werden müssen. Zugrunde gelegt war diesem Sparbeschluss die Rechnung, dass 12000 Euro Miete sowie rund 103000 Euro Personalkosten entfallen würden. Für die Lüttringhauser wäre die Schließung ein schmerzlicher Verlust gewesen, weil insbesondere Schüler die Bibliothek nutzen und sie den Standort „Dorfkern“ belebt.
Ein Novum ist das „Spoz“ an der Remscheider Straße: In dem Gebäude eines ehemaligen Fitness-Centers richteten die Artistic Jumpers und der Lüttringhauser Turnverein (LTV) ihr neues Domizil ein: Mit Hilfe von Spenden, dank anderer Unterstützung und vor allem mit viel Eigenleistung - über 10 000 Arbeitsstunden der Vereinsmitglieder - wurde die neue Sportstätte mit einer 300 Quadratmeter großen Halle sowie Gymnastik- und Mehrzweckraum geschaffen. Auf insgesamt 600 Quadratmetern Nutzfläche können beide Nutzergruppen jeweils 50Wochenstunden Übungszeiten belegen.
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