Remscheid: Wasser vertreibt Lotto-Mann
VON ALEXANDRA KEMP - zuletzt aktualisiert: 26.01.2010Remscheid (RPO). Der zweite Rohrbruch innerhalb kurzer Zeit bereitet dem Zeitschriften-Laden im ehemaligen Hertie ein vorzeitiges Ende: Weil Lutz Rosbach der Strom fehlt, muss er das Geschäft jetzt räumen.
Die Lenneper erleben zurzeit ein Déjà-vu, also das Gefühl eines wiederkehrenden Erlebnisses. Nachdem im vergangenen Jahr bereits das Warenhaus Hertie dicht machte, stehen die Kunden jetzt an gleicher Stelle erneut vor verschlossenen Türen: Wegen eines Wasserschadens kann Lutz Rosbach sein Lotto-Geschäft im Hertie-Gebäude nicht mehr weiter betreiben.
Seit einer Woche ist der Laden zu, und mittlerweile steht fest, dass er dort auch nicht mehr geöffnet werden kann. Einen neuen Standort hat Rosbach bereits gefunden: Er will ein Ladenlokal an der Wupperstraße beziehen. Am vergangenen Dienstag war nach einem Rohrbruch Wasser durch die Lüftungsschächte in das Hertie-Gebäude gedrungen (die BM berichtete). Nachdem der Gebäudeverwalter ermittelt war, konnte die Feuerwehr den Haupthahn abdrehen und das Wasser in beiden Geschossen abpumpen. Seither ist aber auch der Strom abgestellt, berichtet Rosbach.
Sein Geschäft ist zwar von den Wassermassen verschont geblieben, doch wegen des fehlenden Stroms funktionieren die Geräte seiner Lotto-Annahmestelle mit Zeitschriften- und Tabakwarenverkauf nicht mehr. Schlimmer noch: Der Kaufmann kommt auch an seine Waren nicht mehr ran. Denn die Eingangstüren sind elektrisch gesteuert. So lange der Strom abgeschaltet ist, lassen sich diese nicht öffnen.
Rosbach versucht nun, Kontakt mit der Gebäudeverwaltung aufzunehmen, um Waren und Geräte herausschaffen zu können. Dass er das Ladenlokal würde räumen müssen, wusste er schon seit einiger Zeit: Ihm wurde zu Ende Januar gekündigt. Nach Verhandlungen zeigten sich die Inhaber jedoch bereit, die Frist auf Mitte Februar zu verlängern. In dieser Zeit wollte Rosbach sein neues Ladenlokal auf Vordermann bringen. Es befindet sich in unmittelbarer Nähe des "Kaufpark" an der Wupperstraße und muss noch renoviert werden.
Dass er nun wegen des Wasserschadens gut einen Monat lang auf Einnahmen verzichten muss, tut ihm weh. "Ich kämpfe zurzeit mit den Banken und Versicherungen", berichtet der 56-Jährige.
Christoph Meyer von der Immobilienfirma BNP Paribas, die das Hertie-Gebäude verkaufen will, weiß erst durch den Anruf der BM von dem jüngsten Gebäudeschaden. Für die Hausmeisterdienste sei ein bundesweit tätiges "Technisches Management" beauftragt worden, mit dem er nun Kontakt aufnehmen will. Schließlich sei auch er daran interessiert, dass das Gebäude ohne weitere Wertminderung verkauft werden kann.
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