Remscheid: Wegen "Schokoticket" vor Gericht
VON STEFANIE BONA - zuletzt aktualisiert: 08.08.2009Remscheid (RPO). Schon häufiger saß der junge Mann auf der Anklagebank des Remscheider Amtsgerichtes. Jetzt musste er sich erneut vor Amtsrichter Uwe Intorf verantworten, weil er in einem Bus der Remscheider Stadtwerke ohne gültigen Fahrausweis erwischt worden war.
Als er sich im März 2009 morgens auf den Weg zu seiner Praktikumsstelle machte, sei er in Eile gewesen und habe sein "Schokoticket" vergessen. Das sei ihm beim Einstieg in den Bus aufgefallen und dies habe er dem Busfahrer auch sofort mitgeteilt, gab der gerade 21 Jahre alt gewordene Angeklagte bei der Verhandlung an.
Der später zugestiegene Kontrolleur habe ihm gesagt, er solle das Ticket nachträglich vorzeigen. Auf dieses Angebot ging der junge Mann nicht ein. "Ich habe in Düsseldorf gearbeitet und war erst spät abends zuhause. Da hatten die Stadtwerke schon zu", erklärte er.
Weitere Zeugen befragen
Ob sich die Dinge tatsächlich so abgespielt haben, konnte beim Verhandlungstermin nicht geklärt werden, da weder der Fahrer noch der Fahrkartenprüfer als Zeugen zur Verfügung standen. Unzweifelhaft ist allerdings, dass der Beschuldigte im Besitz eines gültigen Abo-Tickets gewesen ist. Dennoch setzte Richter Uwe Intorf einen neuen Termin an, um die benötigten Zeugen zu befragen.
Der derzeitige Arbeitgeber des Remscheiders zeichnete indes ein anderes Bild des Angeklagten, als es Staatsanwaltschaft und Gericht offensichtlich bisher hatten. "Wir haben einen vernünftigen Eindruck, sonst wäre er auch gar nicht mehr bei uns", sagte der Gartenbauer, der dem jungen Erwachsenen zunächst die Chance eines Praktikums gegeben hatte.
Als Mitarbeiter sei er zuverlässig und willig, bis auf zwei Fehltage, für die es eine ernste Ermahnung gegeben habe, sei sein Verhalten einwandfrei. Daher habe man dem Praktikanten auch eine Festanstellung angeboten und wolle ihm möglicherweise sogar einen Ausbildungsplatz in Aussicht stellen.
Sachverhalt muss geklärt werden
Trotz dieser positiven Entwicklung muss der Vorfall im Stadtwerke-Bus aufgeklärt werden. Ohne eine Klärung des Sachverhalts wollte Richter Intorf dem jungen Mann keinen Glauben schenken.
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