Wie geht das?: Wer vergibt eigentlich die Straßennamen?
VON ALEXANDRA KEMP - zuletzt aktualisiert: 16.03.2007Wie geht das? (RPO). Zurzeit wird an der Kleinen Westumgehung in Lennep noch kräftig gearbeitet. Ist sie fertig, muss die neue Straße laut Gerald Hein vom Remscheider Amt für Straßen und Brückenbau einen Namen erhalten. Doch wer vergibt in Remscheid eigentlich die Straßennamen? Und nach welchen Kriterien?
Dafür zuständig ist das Katasteramt bei der Stadtverwaltung. Muss eine Straße benannt werden, schickt es unter anderem eine Anfrage an den Bergischen Geschichtsverein sowie das Stadtarchiv. Diese Stellen sind vorschlagsberechtigt, erläutert Sachbearbeiterin Sandra Heinze. Aber auch die Politik kann sich einbringen. Das war beispielsweise beim Willy-Brand-Platz vor dem Hauptbahnhof der Fall.
Die Bezirksvertretungen entscheiden schließlich über die Vergabe von Straßennamen. So lehnte die Lenneper Bezirksvertretung beispielsweise vor gut drei Jahren die Umbenennung der Hildegardstraße in Heinrich-Schein-Straße ab. Den Antrag dazu hatte der Inhaber der Firma Schein Orthopädie Service mit Sitz im Industriegebiet Jägerwald gestellt. Auch der damalige Oberbürgermeister Fred Schulz konnte mit seinem schriftlichen Appell nichts daran ändern, dass die Hildegardstraße nun auch weiterhin ein Mitglied der bekannten Familie Hardt ehrt.
Neben Personen beziehen sich Straßennamen aber oft auch auf Örtlichkeiten oder werden nach alten Hofschaften benannt. So heißt eine Straße am Hohenhagen „Am alten Flugplatz“, weil dort einst Flugzeuge starteten und landeten. „Wichtig ist, dass Straßennamen individuell sein müssen und nicht ähnlich klingen dürfen“, sagt Sandra Heinze.
Ist eine Bezeichnung gefunden, wird er in die Straßen-Akten, die Katasterkarte und das Liegenschaftsbuch eingetragen. Informationen über die neue Adresse erhalten außerdem das Grundbuchamt und das Finanzamt.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



