Remscheid: Wer will in den Jugendrat?
VON STEFANIE BONA - zuletzt aktualisiert: 16.12.2009Remscheid (RPO). Im März 2010 wird der neue Jugendrat gewählt. In diesen Tagen beginnt die Kandidatensuche. Alle Remscheiderinnen und Remscheider zwischen 14 und 17 Jahren können sich bewerben, um in der nächsten, zweijährigen Wahlperiode etwas für die Jugend in der Werkzeugstadt zu bewegen.
Welt besser verstehen
Die Erfahrungen der bisherigen Mandatsträger sind durchweg positiv. "Der Jugendrat hat mir geholfen, die Welt besser zu verstehen", sagt Mahir Seydo. Tom Becker findet, dass sich der Einsatz alleine für die aufgebauten Kontakte gelohnt hat. "Außerdem bekommt man viele Einblicke und lernt, wie Politik funktioniert." Um ihren potenziellen Nachfolgern von ihrer Arbeit zu berichten, haben die Jugendlichen einen Film gedreht, der an die Schulen verteilt wurde. Außerdem wurde inzwischen ein eigener Internetauftritt fertiggestellt.
Dass der "Kräwi-Bus", der während der Sommerferien zweimal täglich das Erholungsgebiet Kräwinkler Brücke ansteuerte, auf Touren gebracht wurde und die Skaterbahn an der Bachtalrunde eingerichtet werden konnte, wird vom Jugendrat als Erfolg verbucht. Von den erwachsenen Politikern in Stadtrat, Ausschüssen und Bezirksvertretungen fühlten sich die jungen Leute ernst genommen. "Allein die Existenz des Jugendrats erzeugt in den anderen Gremien Aufmerksamkeit. Man spürt, die Jugendlichen mischen sich ein", sagt Stadtdirektor Burkhard Mast-Weisz. Sogar beim Thema "schwache Finanzen" zeigte sich der politische Nachwuchs erfinderisch. Für Partys und Veranstaltungen wurden erfolgreich Sponsoren gesucht. "Wir sind wirklich von vielen Seiten unterstützt worden", fasst Dennis Staniol seine Zeit im Jugendparlament zusammen.
Dass man das Mandat ernst nehmen und auch Zeit und Motivation für die Aufgaben mitbringen muss, steht für die bisherigen Mitglieder außer Frage. Alles andere könne man lernen. Selbst wenn in der Schule stressige Zeiten anstehen, ließe sich die Mitarbeit im Jugendrat managen. "Man muss sich die Zeit eben einteilen und mal Prioritäten setzen", meint Dennis, der im Frühjahr sein Abitur machen wird.
Burkhard Mast-Weisz wünscht sich, dass sich erneut viele Bewerber mit verschiedenen kulturellen Hintergründen und von unterschiedlichen Schulformen für ein Engagement interessieren: "Genau in dieser Mischung liegt das Potenzial des Jugendrats." Genauso sei zu hoffen, dass es wieder eine hohe Wahlbeteiligung geben wird. "Beim letzten Mal lagen wir bei 60 Prozent. Davon können Stadträte und Landtage nur träumen."
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