Remscheid: Werkzeugmuseum – Schließung wird geprüft
VON SOLVEIG PUDELSKI - zuletzt aktualisiert: 02.03.2010Remscheid (RPO). Über 200 Maßnahmen stehen im "Fünf-Jahres-Plan zum Schuldenabbau" der Oberbürgermeisterin. 60 Millionen Euro sollen bis 2015 gespart werden. Geprüft werden auch Einsparmöglichkeiten beim Deutschen Werkzeugmuseum. Drei Punkte sind im Sparpaket aufgelistet.
Die Erhebung von Eintrittsgeldern und die Flexibilisierung der Öffnungszeiten sowie die Schließung des Museums und der Verkauf der Immobilie. Dessen Buchwert ist mit 3,7 Millionen Euro aufgeführt. "Eine Schließung ist aber nur als allerletzte Möglichkeit zu sehen", sagt Sven Wiertz, Referent der Oberbürgermeisterin.
Das Werkzeugmuseum wurde Mitte der 90er Jahre um- und ausgebaut. Damit verbunden war ein neues museumspädagogisches Konzept, das den Besucher aktiv werden lässt. Daran arbeiteten neben dem heutigen Museumsdirektor Dr. Urs Diederichs auch Experten vom Fachverband Werkzeugindustrie mit.
Finanziert wurde das Projekt (Museumsumbau und Einrichtung einer Begegnungsstätte) mit Landesgeldern (3,4 von 5,2 Millionen Mark Baukosten), Mitteln des Förderkreises des Museums (1,2 Millionen Mark) und einem städtischen Anteil. Mit der Bezirksregierung müsse geklärt werden, ob bei einer Schließung Fördergelder zurückzuzahlen sind, sagt Wiertz. Inventar und Exponate könnten an andere Industriemuseen abgegeben werden. Zu prüfen sei auch, ob bei den Personalausgaben gespart werden kann.
Zurzeit arbeiten zehn städtische Mitarbeiter im Historischen Zentrum, zu dem neben dem Museum das "Haus Cleff" und das Stadtarchiv, welches kommunale Pflichtaufgaben erfüllt, gehören. Darüber hinaus gibt es geringfügig Beschäftigte. "Es gibt keine Stelle, die dem Werkzeugmuseum allein zugeordnet ist", erklärt Museumschef Diederichs. "Die Leute springen je nach Bedarf hin und her."
Kooperation mit Nachbarn?
Rund 18 000 Besucher zählt das Museum im Jahr, darunter viele Kinder und Jugendliche, aber auch Firmenbesucher, die wichtig fürs Sponsoring seien, betont Diederichs. Zudem werde das Museum häufig für Feiern angemietet.
Die Zukunft des Museums könne auch in einer Kooperation mit benachbarten Industriemuseen liegen, erläuterte Wiertz. Dies werde im Gutachten über regionale Kooperationen auf kulturellem Gebiet untersucht. Zum Prüfauftrag gehört die Einführung von Eintrittsgeldern. In der Sparliste sind 5000 Euro Einnahmen angeführt.
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