Remscheid: Whiteboard ersetzt die Tafel
VON SOLVEIG PUDELSKI - zuletzt aktualisiert: 24.06.2010Remscheid (RPO). Neue elektronische Medien verdrängen Tafel und Overheadprojektor. 2009 flossen über 600 000 Euro in die Medienausstattung von Schulen – mehr als in Vorjahren. Vor allem PCs, Monitore und Notebooks wurden gekauft.
Wer erhielt was?
Ausgaben 2009 wurden 638 162 Euro in die ET-Ausstatttung der Schulen investiert.
Schulen In den Genuss kamen Grund- und Förderschulen, die weiterführenden Schulen und Berufskollegs.
Medien Angeschafft wurden Computer, Monitore, Notebooks, Beamer, Tinten- und Laserdrucker, Netbooks und Whiteboards.
Die gute alte Schulkreide mag bald ausgedient haben. Statt etwa auf grünen Tafeln zu schreiben, greifen Lehrer und Schüler immer häufiger zum Stift, um Inhalte auf dem interaktiven Whiteboard zu notieren. Dass diese elektronische Tafel, die an einen PC angeschlossen wird, auch in Remscheids Klassenzimmer Einzug hält, ist der Medienentwicklungsplanung zu verdanken – und Geldern, die für die Anschaffung von Hard- und teilweise auch Software zur Verfügung jedes Jahr gestellt werden. 2009 konnten rund 638 000 Euro für die IT-Ausstattung investiert werden, fast doppelt so viel wie in den Vorjahren. Das geht aus dem aktuellen Tätigkeitsbericht zum Medienentwicklungsplan (MEP) hervor, der jetzt den Bildungspolitikern vorgestellt wurde.
Geld aus zwei Töpfen
Während sonst rund 300 000 Euro aus der sogenannten Bildungspauschale (Geld vom Land für Schule und Ausbau U-3-Betreuung) für die Medienausstattung ausgegeben wurden, tat sich im vergangenen Jahr ein zweiter Fördertopf auf: Wie berichtet, kam Remscheid unerwartet noch in den Genuss von Restmitteln aus dem Bundesprogramm "Investition Zukunft Bildung und Betreuung", kurz IZBB genannt. "Der Förderzweck dieser Gelder ist der Ganztagsausbau. Daher müssen die Neuanschaffungen in Korrespondenz mit dem Ganztagsangebot stehen, auch wenn schließlich die ganze Schule von den Medien profitiert", erklärte Jörg Biermann von der Schulverwaltung auf Nachfrage der BM. Aus diesem Grund flossen diese Mittel nur in die Medienausstattung der weiterführenden Schulen – nicht an Grundschulen. So konnten beispielsweise 16 solcher Whiteboards gekauft werden.
Bei der Verteilung der Gelder habe sich ein Verfahren seit Jahren bewährt, berichtet Biermann. Nach Bestandsaufnahmen und gemeldeten Bedarfen aus den Schulen klärt das E-Team die Investitionen: Die zehnköpfige Gruppe aus EDV-Spezialisten aus jeder Schulform, Mitarbeitern des IT-Bereichs des Fachdienstes Schule und Bildung der Stadt sowie die Schulaufsicht entscheiden, was tatsächlich wo investiert wird und welche Wünsche aus den Schulen zurückgestellt werden müssen. Das Gros fließe in den Kauf neuer PCs und Notebooks, so Biermann. Manche Schulen setzen auf mobile Einheiten, ergänzt sein Mitarbeiter Markus Eschweiler: Medienwagen mit einem ganzen Klassensatz von Notebooks, die von Klassenraum zu Klassenraum geschoben werden, damit alle Lehrer die Neuen Medien für ihren Unterricht nutzen können. Der Investitionsbedarf ebbe nie ab, denn wichtig sei, die IT-Ausstattung auf einem aktuellen Stand zu halten. KOMMENTAR
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport,
Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder,
Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.

