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Remscheid: Wie man Überflieger fördert

zuletzt aktualisiert: 24.01.2008 - 17:15

Remscheid (RPO). Sonne, Erde, Mond, Venus, Saturn ... mancher Erwachsene gerät ins Stottern, wenn er die neun Planeten unseres Sonnensystems, die als Ballons unter der Decke des „Kinderhauses“ hängen, benennen soll. Einige der kleinen Besucher kennen nicht nur ihre Namen, sie können auch die richtigen Namenskärtchen unter die entsprechend gefärbten Bälle legen. Lange vor dem Schulbesuch interessieren sie sich für das Weltall und vieles mehr.

Wer den „Kindergarten iMoKHo“ (Integratives Montessori Kinderhaus für Hochbegabte) an der Kremenholler Straße besucht, ist hochbegabt - und in guten Händen: Leiterin Johanna Scholz hat ihre Prüfung als Hochbegabtenpädagogin bestanden und vergangene Woche ihr Zertifikat erhalten. „Ich bin damit eine von den ersten 25 mit dieser Qualifikation“, sagt die gelernte Erzieherin mit Montessori-Diplom und strahlt. Nicht nur, weil sie die Prüfungen nach der Ausbildung bei der Karg-Stiftung bestanden hat, sondern auch, „weil mir der Austausch mit Kollegen sehr viel gebracht hat“, berichtet sie. Dritter Grund zur Freude: Die Karg-Stiftung hat ihrer Einrichtung 26000 Euro gestiftet. Die Gehälter der beiden Erzieherinnen seien damit für ein Jahr gesichert. „Vorher habe ich hier auf 400-Euro-Basis gearbeitet“, sagt die Idealistin in Sachen Begabten-Förderung.

Weil ihre beiden Kinder hochbegabt sind, wurde sie früh mit den damit verbundenen Problemen konfrontiert. Mehr und mehr vertiefte sie sich in ein Thema, das in Deutschland ein Schattendasein fristet. Überflieger - und dann Probleme? mögen sich viele fragen. „Sie sind sehr anstrengend, weil sie laufend neues Futter, jede Menge Anregungen brauchen und einen stark ausgeprägten Willen haben“, beschreibt die Pädagogin die Kinder mit einem IQ von 130 und mehr - zwei Prozent der Bevölkerung zählen zu der Gruppe, die nicht mit Genies à la Einstein oder Mozart zu verwechseln sind. Die Überflieger seien hochsensibel und oft ängstlich, weil sie sich über Gott und die Welt viele Gedanken machen. „Ganz wichtig ist für sie der Austausch mit anderen Hochbegabten“, betont die Gründerin der Einrichtung.

All diese Besonderheiten und der Umgang damit war eins von vielen Themen der Ausbildung. Sehr viel habe sie über die Beobachtung von Kindern, über Tests und über Elternberatung erfahren. Ihnen müsse oft ganz behutsam erklärt werden, dass ihr Kind „anders ist“. Die Dozenten der Karg-Stiftung für Hochbegabtenförderung seien führende Wissenschaftler auf dem Gebiet. So flossen beispielsweise aktuelle Erkenntnisse aus der Gehirnforschung in den Lernstoff ein.

Mittlerweile setzen sich auch Lehrer mit dem Phänomen auseinander, „so wie an der Grundschule Struck, wo die Kolleginnen eine Fortbildung zu diesem Thema machen“, erzählt die Pädagogin.

Quelle: RP

 
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