Remscheid: Wilding baut Verwaltung um
VON HENNING RÖSER - zuletzt aktualisiert: 25.04.2008Remscheid (RPO). Die Oberbürgermeisterin zieht ab Mai wichtige Funktionen unter ihrer Verantwortung zusammen. Die Aufgaben der drei Dezernenten werden neu verteilt. Die Politik staunt und schweigt.
Zentrale Steuerung heißt das Zauberwort bei der Umstellung der Verwaltung, deren Grundzüge Oberbürgermeisterin Beate Wilding in einer lange Rede in der gestrigen Ratssitzung vorstellte. Erst im Anschluss bekamen die Ratsmitglieder das knapp 100seitige Papier ausgehändigt. Die verblüfften Politiker äußerten sich auch nach einer 20-minütigen Sitzungs-Pause nicht zu dem Vortrag.
Bündelung der Kräfte
Organisiert in mehreren zentralen Diensten, die alle in ihrem Geschäftsbereich angesiedelt werden, macht Beate Wilding wichtige Themen zur Chefsache und will so das Steuer fester in die Hand nehmen. Die Fäden für die Zukunftsthemen Wirtschaft und Stadtentwicklung laufen nun ebenso bei ihr zusammen, wie die Fragen von Personal und Organisation. Künftig soll es beispielsweise in Personalfragen keine Alleingänge der Dezernate mehr geben. Wilding sagte, dass die Stadt integrierte Konzepte brauche. Fachabteilungen dürften nicht länger aneinander vorbei planen. Sie will künftig auch Bürger mehr einbinden. Wilding betonte, dass sie als OB durch die Gemeindeordnung zu solch eingreifenden Schnitten befugt sei.
1996 letzter Umbau
Der letzte größere Umbau der Verwaltungs-Strukturen datiert aus dem Jahr 1996.
Damals wurden einige Aufgaben dezentraler verteilt. Man erhoffte sich durch diese Aufteilung Einsparungseffekte. Diese blieben aber aus.
Durch die Bündelung der Kräfte erhofft sich Wilding „Impulse für den Konsolidierungsprozess“. Etwa bei der zum Schuldenabbau zwingend nötigen Personalreduzierung bei der Stadt, die Wilding über die mit dem Rat vereinbarten 60 Stellen hinaus in den nächsten vier Jahren vorantreiben will. Abfindungslösungen, Altersteilzeit und ein Stellenpool sollen Instrumente dafür sein.
Lotse für Unternehmer
Für die Wirtschaft soll es künftig einen Lotsen in der Verwaltung geben. Ein Unternehmer-Telefon wird eingerichtet. Die OB will eine „aktive Unternehmensbetreuung durch Aufbau und Pflege einer Zentraldatei der Remscheider Unternehmen“.
Um die Kommunikation mit den Bürgern zu verbessern und die Verwaltung als Dienstleister besser erreichbar zu machen, will sich die Stadt mit dem Nachbarn Solingen am Bergischen Service Center in Wuppertal beteiligen. Bürger bekommen hier seit Februar 2008 unter einer zentralen Rufnummer Auskünfte auf alle Fragen. Wenn nicht beim ersten Anruf, dann spätestens beim automatischen Rückruf eines kompetenten Mitarbeiters. So das Ziel. Eine mitlernende Wissensdatenbank sorgt dafür, dass die Verwaltung permanent dazulernt. Ab Januar 2008 will auch die Stadt Remscheid dabei sein.
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