Remscheid: Wurst am laufenden Meter
VON ALEXANDRA KEMP - zuletzt aktualisiert: 19.09.2008Remscheid (RPO). Gestern wurde die 32 Meter lange Kottenwurst hergestellt, die beim Bürger- und Vereinsfest in Lüttringhausen für gleich zwei gute Zwecke verkauft werden soll. 75 Kilogramm Schweinefleisch wurden verarbeitet.
Während in Lüttringhausen vergangene Nacht alles schlief, ist die wohl längste Kottenwurst der Welt in der Metzgerei Nolzen geräuchert worden: 32 Meter misst die Köstlichkeit, die morgen, Samstag, anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Lüttringhauser Rathauses für gleich zwei gute Zwecke verkauft werden soll. Gestern morgen bereiteten Marcus Weber und Produktionsleiter Dirk Bornewasser die Wurst zu.
Die Idee zur Herstellung hatte Salvatore Lerose, den Remscheidern längst als eifriger Spendensammler bekannt. Er filmte das Geschehen gestern morgen per Videokamera und zeigte sich glücklich, dass alles so reibungslos klappte. Dabei leisteten die Metzger Schwerstarbeit: 75 Kilogramm reines Schweinefleisch musste zu Hackfleisch verarbeitet, mit Gewürzen versetzt und dann in Naturdärme gefüllt werden. Vier Schweine wurden dafür geschlachtet. Knifflig wurde es, als der Teig in die zwei bis sechs Meter langen Därme gefüllt werden musste. Damit eine Gesamtlänge von 32 Metern entsteht – die Wurst ist damit so lang, wie der Rathausturm hoch ist – mussten die Därme übereinander gezogen werden. „Das ist schon eine Herausforderung“, sagte Marcus Weber, der einen solchen Rekordversuch zum ersten Mal wagte. Klappt er, werden die Lüttringhauser im Guiness-Buch der Rekorde vermerkt. Serviert werden soll die Wurst morgen ab 12 Uhr den Besuchern des Bürger- und Vereinsfestes auf Schwarzbrot als Kottenbutter – zwei Stullen für drei Euro. Wie viel Geld damit eingenommen wird, vermögen die Beteiligten noch nicht zu sagen, wohl aber haben sie sich schon über den Spendenzweck geeinigt: Sowohl die Rathausbeleuchtung, als auch der Förderverein „Lütteraten“, der die von Schließung bedrohte Stadtteilbücherei retten will, sollen von dem Geld profitieren. Und damit der Erlös nicht geschmälert wird, spendiert Marcus Weber Material und Mannstunden kostenlos – übrigens in doppelter Menge, denn neben der 32 Meter langen Rekordwurst will er weitere, „normal“ lange Kottenwürste herstellen, die auf dem Fest ebenfalls verkauft werden sollen. Dritter im Bunde ist neben Salvatore Lerose und Marcus Weber der Bäcker Peter Beckmann, der das Schwarzbrot liefert. „Beim Brot ist alles im Lot“, hat Weber von Beckmann gehört. Allerdings ist er sich noch nicht sicher, wie er die Riesenwurst zum Verkauf vors Rathaus transportieren soll. „Auf jeden Fall schön vorsichtig.“
Licht-Premiere
Bei Einbruch der Dunkelheit wird heute, Freitag, im Rahmen des Bürgerempfanges die neue Beleuchtung des Lüttringhauser Rathauses erstmals eingeschaltet.
24 000 Euro an Spenden sind laut Heimatbund-Vorsitzendem Peter Maar zusammen gekommen. 30 000 Euro werden benötigt.
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