Remscheid: Ziel: Notfallseelsorge erhalten
VON STEFANIE BONA - zuletzt aktualisiert: 06.02.2010Remscheid (RPO). Mit einer Spenden-Sammel-Kampagne möchte der Evangelische Kirchenkreis Lennep den Einsatz seiner Notfallseelsorger sichern. Dabei bekommt er prominente Unterstützung von TV-Journalist Frank Plasberg.
Wenn Menschen von Leid und Unglück getroffen werden, sind sie da, an 365 Tagen im Jahr, rund um die Uhr: die Notfallseelsorger der evangelischen und katholischen Kirche. Pfarrer Ulrich Geiler koordiniert den Einsatz von 39 evangelischen Pfarrerinnen und Pfarrern sowie einigen katholischen Geistlichen. Eine wichtige Aufgabe, die der Evangelische Kirchenkreis Lennep jetzt dauerhaft sichern möchten.
Weil nicht nur die Kommunen, sondern auch die Kirchen in Zukunft mit weniger Geld auskommen müssen, hat sich der Kirchenkreis entschlossen, neue Finanzierungsmöglichkeiten zu suchen: Per Fundraising – also durch das gezielte Werben um Spenden und Sponsoren – sollen 50 000 Euro jährlich zur Finanzierung der halben Stelle von Notfallseelsorger Geiler zusammenkommen.
Das Projekt
Kosten Die Kosten der durch den Evangelischen Kirchenkreis koordinierten Notfallseelsorge werden derzeit noch aus Rücklagen getragen.
Fundraising Ansprechpartner für das Projekt ist Pfarrer Uwe Königsbüscher, Tel. 02195 68896 20.
Spenden auf das Konto 123 000 bei der Stadtsparkasse Remscheid, BLZ 340 500 00.
Beistand für die Einsatzkräfte
Die Nachricht vom Tod eines Angehörigen, Fälle von plötzlichem Kindstod und Suizid oder das Erleben von Unfällen sind extreme Belastungssituationen. Wenn die Zeit still steht, weil Schreckliches geschehen ist, sind die Seelsorger an der Seite der Betroffenen. "Auch an den Einsatzkräften gehen Unglücksfälle nicht spurlos vorüber", betonte Ulrich Geiler. Sie brauchen genauso jemanden, der ihnen zuhört und hilft, das Erlebte zu verkraften, weiß vor allem Feuerwehr-Chef Guido Eul-Jordan.
Für das neue Projekt hat das ehrenamtlich tätige Fundraising-Team ein prominentes Gesicht als Schirmherrn gewinnen können. Der in Wermelskirchen aufgewachsene Journalist Frank Plasberg ("Hart aber fair") brachte für die Teammitglieder beste Voraussetzungen mit, um mit dem Thema an die Öffentlichkeit zu gehen. "Herr Plasberg ist der Region verbunden, ein Mitglied der evangelischen Kirche und außerdem durch sein kritisches Nachfragen bekannt", erläuterte Pfarrer Uwe Leicht.
Seinen kritischen Geist zeigte Plasberg sogleich im Pressegespräch. Denn allzu schnell habe er sich nicht auf die Schirmherrschaft eingelassen. "Als evangelischer Christ und nennenswerter Kirchensteuer-Zahler erschien es mir nicht richtig, dass sich meine Kirche aus einer ihrer ureigenen Aufgaben, nämlich Menschen in Notsituationen zu begleiten, zurückzieht", sagte Plasberg. Er sammelte erste Berufserfahrungen bei der Bergischen Morgenpost und später als Polizeireporter für die Münchener Abendzeitung. "Damals habe ich manches Mal gedacht, dass statt mir und den Kameras lieber jemand da sein sollte, der den Menschen zur Seite steht", erzählte er. Diese Erfahrungen und das bürgerschaftliche Engagement habe den Ausschlag gegeben, der Bitte des Kirchenkreises doch nachzukommen, um "das System zu retten".
Die Spendensammler wollen das Projekt jetzt bekannt machen, mögliche Spender ansprechen und Kontakte knüpfen.
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