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Remscheid: Ziemlich miese Noten

VON SOLVEIG PUDELSKI - zuletzt aktualisiert: 23.08.2007

Remscheid (RPO). Bei einem Städte-Ranking zum Thema „Gesundheit“ landet die Werkzeugstadt im unteren Mittelfeld. Remscheider Fachleute sehen die Studie kritisch und nennen die Ergebnisse fragwürdig.

Blick auf Remscheid – der trübe Eindruck liegt in diesem Fall am Wetter. In einem Städtevergleich kommt die Werkzeugstadt aber auch notenmäßig nicht besonders weg. Fachleute widersprechen.  Foto: RPO
Blick auf Remscheid – der trübe Eindruck liegt in diesem Fall am Wetter. In einem Städtevergleich kommt die Werkzeugstadt aber auch notenmäßig nicht besonders weg. Fachleute widersprechen. Foto: RPO

Wie gesund lebt’s sich in meiner Stadt? Wie sieht es mit Lebenserwartung, Luft und Klima aus? Solche Fragen versuchten die Medizinische Hochschule Hannover und die Deutsche Angestellten-Krankenkasse für die Zeitschrift „Healthy Living“ anhand von öffentlich zugänglichen Daten zu beantworten. Heraus kam ein für Remscheid wenig schmeichelhaftes Urteil: nur Platz 58 von 84 untersuchten Städten. Wer auf die Homepage der Zeitschrift klickt, findet den Gesundheitsatlas als Deutschlandkarte. Beim Klick auf Remscheid öffnet sich eine Seite mit den wichtigsten Ergebnissen sowie den Noten – eins bis sechs – für die untersuchten Kategorien.

„Abenteuerlich“ verkürzt

Info

Aus der Studie

bekommt in der Kategeorie Klima die Note ungenügend, ebenso der Gesundheitszustand, die medizinische und soziale Versorgung die Note mangelhaft. Befriedigend gibt es nur für Umwelt, Wohnen und Erholung. Frauen hätten eine niedrigere Lebenserwartung als im Durchschnitt. Es mangele an Krippenplätzen, Kinderärzten und Altenheimplätzen.

www.healthyliving.de

Die Ergebnisse wecken bei Fachleuten aus der Verwaltung große Skepsis. „So abgeleitet und abgekürzt finde ich die Ergebnisse abenteuerlich“, kommentierte Sozialdezernent Burkhard Mast-Weisz. Kritische Hinweise wie die Unterversorgung mit Krippenplätzen nehme man ernst, „wir arbeiten ja gerade daran“. Aber die Behauptung, es fehle an Altenheimplätzen, sei schlicht falsch.

„Zahlen können falsch interpretiert werden“, meinte Dr. Frank Neveling, Leiter des Gesundheitsamtes. Die Daten bilden eine Momentaufnahme ab, wenn nicht Vergleichszahlen aus anderen Jahren gegenübergestellt werden, um tatsächliche Trends zu erkennen. So könnten bei einer relativ kleinen Stadt wie Remscheid „Ausreißer“ in einem Jahr das Bild verfälschen. Grundsätzlich halte er die medizinische Versorgung bezüglich Kliniken und Ärzten für gut – gerade auch für Frauen. Dass nicht jeder Arzt im Ruhestand einen Nachfolger findet, sei kein Remscheid typisches Problem. Es gebe eine Notfallpraxis, und der Fahrdienst sei mit drei Ärzten für drei Bezirke beispielsweise besser als in Wuppertal. Verbesserungsbedürftig sei der Impfschutz sowohl bei Kindern (Masern, Röteln, Mumps), als auch bei Erwachsenen (Tetanus und Diphtherie). Mit den Arbeitsgruppen der Gesundheitskonferenz versuche man Problemen (z. B. Übergewicht bei Kindern) zu begegnen.

Mit Vorischt genießen

Das Urteil über das Remscheider Klima (ungenügend) kann Umweltamtsleiter Putz nicht nachvollziehen. „Die Ergebnisse sind mit Vorsicht zu genießen. Schlimm finde ich den Imageschaden.“ Die Luftqualität sei genauso wie in Solingen (Urteil: besonders gut). Dort gebe es eine Mess-Station – in Remscheid nicht. „Beide Städte sind gut durchlüftet.“ Bei einer vierwöchigen Messung seien keine Grenzwerte überschritten worden. Verkehrsbedingt lag die Konzentration an der Freiheitstraße knapp darunter. „An solchen lokal begrenzten Stellen haben wir Handlungsbedarf“, räumte Putz ein. Daher habe er nochmals den mobilen Messcontainer beantragt.

Quelle: RP

 
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