Remscheid: Zu wenig Platz für Schwimmer
VON JOACHIM RÜTTGEN - zuletzt aktualisiert: 04.02.2009Remscheid (RPO). Jutta Paul-Fey und Uli Kohlstedt von der Startgemeinschaft haben eine Idee: Sie schlagen vor, das Freibad im Eschbachtal zu überdachen. So könnte die katastrophale Trainingssituation in Remscheid verbessert werden.
"Das ist unsere Vision!" – Jutta Paul-Fey, Vorsitzende der Startgemeinschaft (SG) Remscheid, meint es ernst, wenn sie über die Idee einer Überdachung des Freibades im Eschbachtal spricht. Ursprünglich stammt der Vorschlag vom Technischen Leiter, Uli Kohlstedt, der sich mit der Situation der Schwimmer beschäftigt hat. Beim RSV-Neujahrsgespräch wurde die Idee erstmals öffentlich ausgesprochen.
Aus gutem Grund. "Denn uns fehlen Wasserflächen, wir haben viel zu wenig Stunden", beklagt Jutta Paul-Fey. Was viele als "spinnerte Idee" bezeichnen, könnte die katastrophale Trainingssituation für Leistungsschwimmer verbessern. "Aber auch die Offenen Ganztagsgrundschulen, andere Vereine und die Nachbarstädte könnten von einem überdachten Freibad profitieren", meint sie. Denn sinnvolles Training sei momentan fast unmöglich. Im Stadtbad gebe es nur eine 25-Meter-Bahn, im Eschbachtal eine schöne 50-Meter-Strecke. "Wir könnten jüngere Jahrgänge gezielter und besser aufbauen", betont die Vorsitzende der Startgemeinschaft, die sich aus vier Vereinen (LSV, RSV, Waspo und LTV) zusammensetzt. Die besten Schwimmer (65 bis 70) bilden vier Leistungsgruppen, die bis zu sechsmal pro Woche trainieren. "Von unten drückt es. Ich gehe davon aus, dass es bald 100 Schwimmer sein werden", erklärt Kohlstedt.
Schwimmen beliebt
Sommerbefragung Die Umfrage zum Sport in Remscheid brachte 2006 ein klares Ergebnis: Renner ist der Schwimmsport, den fast 40 Prozent der "sport- und bewegungs-aktiven" Remscheider regelmäßig betreiben
Rangliste Hinter Schwimmen folgten Radsport, Wandern, Walking, Spazierengehen, Joggen und Laufen.
Außerdem treiben Remscheider Sport in Remscheid – 70 Prozent bleiben in ihrer Heimatstadt.
In Zeiten knapper Kassen seien Visionen wichtig, um eine Sache voranzutreiben, sie öffentlich zu diskutieren und sich ernsthafte Gedanken zu machen, meint Jutta Paul-Fey. Das Freibad sei eine Perle, die die meiste Zeit brach liege.
Sportbund und Freibadförderverein hätten die Idee positiv aufgenommen. "Natürlich bleibt die Frage der Kosten", sagt die Vorsitzende. Geld habe die SG nicht, auch keine Sponsoren. Vielleicht könne man Firmen ins Boot holen, Zuschussmöglichkeiten abklopfen. "Wir haben das Neujahrsgespräch als Chance genutzt, einen Denkprozess anzustoßen und wollen schauen, was sich entwickelt", erklärt sie. Ziel sei die Entwicklung hin zur Sportstadt Remscheid.
Der große Druck entstehe vor allem durch den offenen Ganztag in den Grundschulen. "Für viele Schwimmer ab 14 sind Trainingszeiten nicht mehr zu halten", weiß Jutta Paul-Fey, selbst Lehrerin an der EMA. Dass es für die Schwimmer kein Angebot mehr gibt, damit könne sich die SG nicht zufrieden geben. Und wenn die Vision platzt? "Dann verlieren wir unsere Leistungsschwimmer an die Konkurrenz, Stillstand droht", prophezeit sie. Remscheid dürfe nicht zum "Zuschusterbetrieb" werden. "Die SG hat mit Jörg Schiemann und Frank Lennartz zwei Top-Trainer mit großem Leistungswillen", sagt sie. Deshalb fordert auch Kohlstedt, "andere Wege zu gehen und konstruktiv um die Ecke zu denken".
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