Remscheid: Zwei Interessenten für Hertie
VON THORSTEN BREITKOPF - zuletzt aktualisiert: 17.10.2009Remscheid (RPO). Zwei Investoren interessieren sich für die geschlossene Hertie-Filiale in Lennep. Beide sind Projektentwickler und keine Einzelhandelsketten. Binnen sechs bis acht Wochen will man sich über einen Verkauf einigen.
Noch prangt am Eingang der geschlossenen Hertie-Filiale in Lennep ein Zettel mit trauriger Aufschrift. "Danke für die langjährige Treue" und "Tschüß Lennep" steht darauf in großen Buchstaben. Seit zwei Monaten steht das Gebäude an der Kölner Straße leer. Doch schon bald könnte neues Leben ins Kaufhaus einziehen.
Derzeit wird mit zwei möglichen Investoren konkret über einen Verkauf der Immobilie verhandelt. Das sagte Christoph Meyer, Mitglied der Geschäftsführung der Immobiliengesellschaft BNP Paribas Real Estate, die mit dem Verkauf beauftragt ist. "Wir haben mit insgesamt 20 potenziellen Käufern gesprochen", sagte Meyer im Gespräch mit der BM. Zwei davon seien nun in die engere Wahl gekommen.
Hertie GmbH
Name Die Bezeichnung leitet sich ab aus der Abkürzung von "Hermann Tietz", der eine gleichnamige Warenhauskette gegründet hatte
Standort Die Hertie GmbH war deutschlandweit mit 73 Filialen vertreten
Insolvenz Am 31. Juli 2008 meldete Hertie Insolvenz an, nachdem der britische Haupteigentümer Dawnay Day in finanzielle Bedrängnis geraten war
Bei beiden Interessenten handelt es sich nicht um Supermarkt- oder Warenhausketten. "Die Investoren sind reine Projektentwicklungsgesellschaften", so Meyer. Näheres zu den möglichen Käufern wollte der Immobilienvermittler mit Blick auf die laufenden Verkaufsverhandlungen nicht sagen.
"Keine Heuschrecken"
Die Firmen seien keine "Heuschrecken", die Immobilien ausschließlich unter Renditeaspekten als Geldanlage erwerben. Projektentwicklungsgesellschaften kaufen oder bauen Immobilien, um diese in neuer oder umgestalteter Form an andere weiter zu veräußern oder zu vermieten. Unabhängig vom Lenneper Kaufhaus erklärte Meyer: "Solche Projektgesellschaften kaufen die Gebäude und bauen sie oft um. Mit einer neuen Aufteilung kann ein Objekt dann von vielen kleineren Einheiten genutzt werden."
Hans-Gerd Sonnenschein, Leiter des Stadtplanungsamtes, ist mit Blick auf die laufenden Verhandlungen optimistisch. "Ich habe den Eindruck, dass sich endlich etwas bewegt", sagte Sonnenschein. Der Kontakt zwischen den Interessenten und dem Immobilienvermittler BNP Paribas Real Estate sei auf der Münchner Expo Real, der größten Gewerbeimmobilien-Messe Europas, zustande gekommen. Welche konkreten Pläne die beiden Kaufinteressenten haben, ließ allerdings auch der Stadtplaner offen. Er wolle die laufenden Verhandlungen nicht durch verfrühte Spekulationen gefährden.
Wann genau die Pläne über den Tisch sein werden, kann heute noch niemand sagen. Immobilienvermittler Christoph Meyer geht aber davon aus, dass die Gespräche in sechs bis acht Wochen abgeschlossen werden können.
Am 14. August hatte die Lenneper Hertie-Filiale ihren Betrieb eingestellt. Vorausgegangen war der Schließung ein zähes Ringen des Insolvenzverwalters Biner Bähr mit dem Eigentümer der Hertie-Immobilien, der britischen Gesellschaft Dawney Day. Im Mai musste er verkünden, dass die Traditionskette nicht mehr zu retten sei und alle Niederlassungen geschlossen werden.
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