Solingen: 1300 Unterschriften gegen die L 405
VON SUSANNE GENATH - zuletzt aktualisiert: 16.05.2007Solingen (RPO). Die Forderung ist eindeutig: „Wir wollen den Bau der L 405 /B 229n verhindern und erreichen, dass die Straße aus dem Straßenbedarfsplan gestrichen wird“, erklärte Mareike Romünder gestern Oberbürgermeister Franz Haug. Die Anwohnerin des Holzkamper Weges war zusammen mit elf Mitstreitern aus Ohligs, Aufderhöhe und Rupelrath ins Rathaus an die Cronenberger Straße gekommen. Gemeinsam überreichten sie rund 1300 Unterschriften gegen den Bau der Straße. Sie gehören der Bürgerinitiative „L 405/B 229nein“ an, die sich vor zwei Wochen gegründet hat und nach eigenen Angaben mittlerweile rund 40 Mitglieder umfasst.
Als „verantwortungslose Steuergeldverschwendung“, „Umweltzerstörung“ und „Fehlplanung“ bezeichneten sie die Überlegungen zu der Landesstraße. Ängste vor Gesundheitsschäden der Anwohner durch den Straßenlärm und -feinstaub wurden ebenso geäußert wie Sorgen um den Fortbestand der Reinoldi-Kapelle in Rupelrath und des Rundwanderweges Klingenpfad, der durch den Straßenneubau durchschnitten werde. Außerdem sei die Straßenplanung veraltet und entspreche nicht mehr den heutigen Anforderungen.
„Ich fürchte, dass diese Straße Mautflüchtlinge von Sonnborn bis zum Kreuz Langenfeld nach Solingen zieht“, sagte Elke Wienands. Die würden dann die Solinger Straßen noch stärker verstopfen. Auch Werner Koch sieht keinerlei verkehrs- und umweltpolitischen Nutzen der Landstraße L 405.
„Wir haben vor kurzem erst gehört, dass der Klimawandel in vollem Gange ist und der CO2-Ausstoß die Hauptursache dafür ist“, mahnte Mareike Romünder. „Da ist es grotesk, Naturgebiete für Straßenprojekte zu zerstören.“
Oberbürgermeister Haug versprach, die Sorgen und Argumente der Bürgerinitiative und derer, die sich mit ihrer Unterschrift gegen die beiden Straßen ausgesprochen haben, ernst zu nehmen. Planungsdezernent Hartmut Hoferichter bestätigte zudem, dass die L 405 langfristig nur zusammen mit einem Ausbau der B 229n Sinn mache. „Wenn eine hoch- oder zurückgestuft würde, hätte das planerische Auswirkungen.“ Ohnehin müsse die L 405 neu überdacht werden, weil bei ihrem Beschluss in den 80er-Jahren noch gar nicht über Ausgleiche bei ökologischen Bereichen geredet worden sei. Darüber hinaus sei man mit der Stadt Langenfeld im Gespräch, um eventuell Alternativen zu finden. „Und ich darf es eigentlich nicht sagen, weil es ja politische Wille ist“, bemerkte Franz Haug. „Aber ich glaube kaum, dass die Straße in absehbarer Zeit gebaut wird.“
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