Solingen: Ärger an der Kotter Straße
VON MATTHIAS KNISPEL - zuletzt aktualisiert: 09.02.2010Solingen (RPO). Karl-Peter Becher wohnt seit Jahrzehnten gegenüber der Klingenhalle. Am Wochenende nach dem Handball-Spiel nahm sein Ärger über den ewigen Parkärger, Müll, Urin, Schnee und Platanenlaub überhand.
Seit 55 Jahren lebt Karl-Peter Becher an der Kotter Straße in der Siedlung Weyersberg des Spar- und Bauvereins (SBV) Solingen. Verständnislos betrachtet der 66-Jährige die meterhohen Schneeberge, die sich an den Seiten des großen Parkplatzes türmen, auf dem vor einigen Wochen der Chinesische Zirkus gastierte. "Warum nur", fragt er, "hat die Stadt Geld, den Parkplatz von einer Tiefbaufirma räumen zu lassen, während unsere Anwohnerparkplätze nicht geräumt werden?" Das sowie die Verunreinigungen der Wohnsiedlung nach Großveranstaltungen in der Klingenhalle brennen ihm und seinen Nachbarn seit Jahren unter den Nägeln.
Zu wenig Ordnungskräfte ?
Vergangenes Wochenende stieg der Handball-Pokalschlager Bergischer HC gegen den Bundesligisten aus Lübbecke. "Vier Fanbusse halten an der Kotter Straße, hunderte alkoholisierter Fans steigen aus und pinkeln alles voll", schimpft der Rentner, der gleichzeitig SBV-Siedlungssprecher ist. "Das Ordnungsamt sollte vorher da sein und nicht, wenn alles zu spät ist", stimmt eine Nachbarin lautstark in Bechers Protest ein. Dass ein Zirkus das kulturelle Leben bereichert und die Schneeräumung in der Platzmiete enthalten ist, das kann sich Becher zwar vorstellen. Auch der lokale Spitzensport, der wie der BHC Solingens Farben auf überregionaler Ebene vertritt, sei begrüßenswert. Nur müssten "Polizei und Ordnungsamt einfach mehr Präsenz zeigen".
Weiterer Dorn im Auge der Anwohner: Die angespannte Parkplatzsituation bei Sportveranstaltungen in der Klingenhalle oder den angrenzenden Fußball- und Baseballplätzen: "Die parken doch alle, wie sie wollen." Darum könnten vor allem ältere Anwohner nur mit Mühe über die Bürgersteige ihre Wohnungen erreichen. Auch Rettungsfahrzeuge treffen nach Meinung von Karl-Peter Becher so kaum rechtzeitig am Unfallort ein.
"Wenn hier morgens die Schulbusse anhalten, um die Kinder zum Schwimmen zu bringen, gibt es jedes Mal ein Drama", berichtet der 66-Jährige, der sich mit diesem Problem bereits mehrfach an die Bezirksvertretung Mitte gewandt hat. Denn er habe Lkw beobachtet, die dort parkend die Zufahrt zum Klingenbad für Busse blockierten.
Was tun? Becher schlägt vor, den Grüngürtel zwischen Kotter Straße und dem Parkplatz Weyersberg als zusätzliche Stellfläche für Autos oder die Wohnwagen der Zirkus-Schausteller zu asphaltieren. Dann solle auch die Wiese vor seinem Haus in einen Parkplatz umgewandelt werden, denn die nerve ihn ob ihres sprießenden Unkrauts ohnehin: "Die wird nur zwei Mal im Jahr gemäht"
Auch die vielen großen Platanen würden von der Stadt nicht gestutzt und nähmen den Bewohnern im Sommer mit ihrem dichten Laub das Sonnenlicht.
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