Solingen: Alles nur geträumt
VON ANNEMARIE KISTER-PREUSS - zuletzt aktualisiert: 11.12.2007Solingen (RPO). Die Premiere des Sommernachtstraums entführte die Kinder gestern in die Welt der Elfen und Trolle, der Wünsche und Träume der Menschen. Das Stadtensemble bestand seine Feuerprobe nun auch im Bereich Kindertheater
Auch wenn am Ende alles nur geträumt war, die Seifenblasen zerplatzten und das Feuerwerk erlosch, es blieb etwas, und das war die Begeisterung bei den kleinen Zuschauern, die soeben die Premiere des Sommernachtstraums gesehen hatten. Den über 400 Jahre alten Shakespeare-Klassiker hat Uwe Dahlhaus fürs Kindertheater bearbeitet, Michael Tesch führte Regie und das Solinger Stadtensemble spielte nach dem „Galgenrecht“ zum ersten Mal ein Kinderstück. Dass das Ensemble bei den kleinen Zuschauern ins Schwarze getroffen hatte, zeigte sich nicht nur an den abschließenden Kommentaren, die von „echt cool“ bis „die Bäume sehen voll echt aus“ reichten. Vor allem Renate Kemperdick in der Rolle des Puck eroberte die Herzen der Kinder im Sturm. Federleicht schwebt sie als Elf aus dem Zauberwald über die Bühne, liefert den kleinen Zuschauern auch den roten Faden durch die zauberhafte Handlung und bekommt natürlich am Ende ein hundertfaches „ja“ zu hören, als sie fragt, ob es denn gefallen habe.
Vorstellungen
Heute sind Vorstellungen im Theater um 11 Uhr ( ausverkauft) und 15 Uhr; am Mittwoch wird der Sommernachtstraum um 9 und 12 Uhr gespielt, beide Vorstellungen sind ausverkauft. Ausverkauft ist auch die Vorstellung am 13. Dezember um 9 Uhr, für 12 Uhr gibt es noch Restkarten.
Zusatzvorstellungen sind am Freitag, 14. Dezember, um 9 und 15 Uhr. Karten kosten zwischen 4,50 und acht Euro.
Doch nicht erst am Ende sind jene Kinder, die gerade noch lautstark durchs Foyer tobten, mit gebanntem Blick auf die Bühne fixiert. Schon beim Auftritt der Musiker Peter von der Hensen, Markus Schinkel, Mutz und Ulf Seiffert kommt Wunderkerzenstimmung auf. Und wären es im Publikum keine Sechs- bis Achtjährigen gewesen, sicher hätten Feuerzeuge aufgeblitzt. Hinreißende Musik haben Mutz und Seiffert eigens für das Stück komponiert.
Darsteller von drei Bühnen
Die Darsteller kommen von drei unterschiedlichen Solinger Bühnen, im Stück wird dies geschickt genutzt. Einige der Herren, die eigentlich in der Mundartbühne zu Hause sind, kommen in der Handwerkerszene, dem Stück im Stück, gut zum Zuge, und die Kinder haben schnell erkannt, das sie es mit reichlich dummen Gesellen zu tun haben, die da ihr Stück zur Hochzeit des Herzogs Theseus aufführen wollen. Sylvie Wester-Stamm und Karlheinz Stamm von der Wohlgemuth sind Hippolyta und Theseus ebenso wie Titania und Oberon, das Ensemble Profan stellt mit Dajana Berkenkopf, Uwe Dahlhaus, Mira Gottfried und Daniel Baranski die beiden Liebespaare, die nach allen Verzauberungen und Liebeswirren letztlich doch zueinander finden.
Beatles-Klassiker zum Happyend
Doch bis zum furiosen Happyend mit Beatles-Klassiker und Feuerwerk müssen alle ihre Stärke im Zauberwald, dem Reich der Elfen und Trolle, unter Beweis stellen, wo Zaubersäfte dafür sorgen, dass die Elfenkönigin sich in einen Esel verliebt und die Liebespaare vorübergehend auseinandergerissen werden. Doch am Ende war alles nur ein Sommernachtstraum, der die Kinder für knapp zwei Stunden in eine bunte Zauberwelt entführte. Nichts bleibt am Ende außer einer märchenhaften Erinnerung und bei dem kleinen Mädchen aus der vierten Reihe auch noch ein fester Vorsatz: „Wenn ich mal ein Tier bekomme, nenne ich es Puck“, flüstert die Kleine ihrer Freundin zu.
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